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Parchimer Zeitung

11. Dezember 2017 | 23:47 Uhr

Parchim : Hilfe für Jugend aus 21 Nationen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Unterstützung für junge Migranten in der Kreisstadt: Gesucht werden Hausaufgabenhilfe und Paten

von
erstellt am 28.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Junge Ausländer in Deutschland. Sie könnten angesichts des demografischen Wandels künftig einen Teil unserer Rente mit finanzieren. Vorausgesetzt die Migranten finden Arbeit, damit durch ihre Sozialabgaben einmal Geld in die Rentenkasse fließt.

Um solche jungen Ausländer kümmert sich in Parchim Heike Dunker vom Jugendmigrationsdienst. Sie betreut junge Leute zwischen zwölf und 27 Jahren. Sie stammen aus 21 Nationen. Ziel des vom Bund finanzierten Projekts ist es, dass Migranten die gleichen Chancen wie Einheimische haben – in der Schule, bei der Ausbildung, bei der Suche nach Praktikum und Wohnung.

Erfahrung von Heike Dunker und von Birgit Behrendt, Projektleiterin Gemeinsam in Parchim (GIP): Migranten brauchen oft länger als Deutsche, bis sie den Weg in die Berufswelt gefunden haben. Viele junge Leute kommen nur hierher, weil sie von ihren Eltern mitgeschleppt werden, erzählen Dunker und Behrendt. Sie kennen die Sprache in diesem Land nicht und trauen sich nicht Deutsch zu sprechen.

Der Weg, den junge Migranten gehen, die in Parchim betreut werden, ist oft umständlich. Heike Dunker skizziert einen Lebenslauf: Eingeschult in der sechsten Klasse in Parchim, nicht mehr hingegangen, Produktionsschule besucht, auch die geschmissen, bis nach Jahren der Groschen fällt: Schulabschluss an der Volkshochschule, Praktikum und dann in der Ausbildung. „Es schaffen relativ viele, nur der Weg ist sehr holprig“, so Dunker.

Die jungen Ausländer erhalten an der Schule zusätzlich Unterricht in Deutsch als Zweitsprache. „Nach einem Jahr können sie dem Ablauf in der Schule folgen“, sagt Heike Dunker. Allerdings falle es ihnen immer noch schwer, bestimmte Aufgaben zu verstehen, beispielsweise Textaufgaben in Mathematik. Der Jugendmigrationsdienst hat deshalb in Parchim eine Hausaufgabenhilfe eingerichtet. Zuletzt übernahm das ein Gymnasiast. Da der aber jetzt in der Abschlussklasse mehr gefordert ist, wird für das neue Schuljahr dringend eine neuer Ehrenamtlicher für die Hausaufgabenhilfe gesucht. Auch werden in Parchim Einheimische benötigt, die Patenschaften für die Migranten übernehmen, erklärt Heike Dunker. Es gehe um Menschen, die beispielsweise bereit sind, Jugendliche zu den Ämter zu begleiten oder einfach nur mit ihnen Deutsch reden.

„Deutsch ist die Voraussetzung“, sagt Birgit Behrendt. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse gibt es für die Migranten sowohl Probleme bei der Ausbildung als auch bei der Arbeit. Ein zusätzliches Problem für Betriebe ist, dass die Migranten oft nur ein zeitlich begrenztes Aufenthaltsrecht haben. Dadurch scheuen sich Firmen, in diese jungen Leute zu investieren, die sie eigentlich angesichts des Fachkräftemangels für ihren Betrieb brauchen, erfährt SVZ von den Frauen.

Durch die verstärkte Zuwanderung ist der Jugendmigationsdienst an Grenzen gestoßen. Heike Dunker ist früher auch nach Ludwigslust gefahren. Jetzt kann sie sich nur noch auf junge Migranten in der Kreisstadt beschränken.

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