Suchtberatung : Hilfe beim Abschied von der Zigarette

Raucherin in einer Kneipe
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Raucherin in einer Kneipe

Parchimer Suchtberater bieten Kurse an. Alkohol bleibt die Hauptdroge

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05. März 2016, 12:00 Uhr

„Jeden Tag sterben in Deutschland 300 Menschen an den Folgen des Rauchens“, sagt Jutta Scharf, Leiterin der Suchtberatungsstelle in Parchim. Das sind soviele wie beim Absturz eines Jumbojets. Insgesamt sei die Zahl der Raucher rückläufig, doch es gibt viele Nikotinsüchtige, die mit den Jahren stark abhängig geworden sind. Besorgniserregend ist der Anteil der Raucher unter allein erziehenden Müttern. Er soll bei 60 Prozent liegen. Man denke an die Folgen für die Kinder. „Da müssen wir ran“, sagt Jutta Scharf. Die Suchtberatungsstelle hat die ersten Rauchfrei-Kurse angeboten. Mit solchen Kursen geht es 2016 weiter.

Insgesamt ist die Zahl der Menschen mit Tabakproblemen, die sich bei den Suchtberatern im Altkreis Parchim Hilfe holen, allerdings noch sehr gering. 21 Klienten wurden im Vorjahr betreut.

617 Menschen erhielten Unterstützung bei den Suchtberatern in Parchim, Sternberg, Lübz und Plau am See. Das sind leicht rückgängige Zahlen. Die meisten Klienten der Suchtberater haben hauptsächlich mit Alkohol Probleme (454). 77 Frauen und Männer erhielten wegen illegaler Drogen Beratung. Bei jüngeren Leuten gebe es eine Trendverschiebung, so Jutta Scharf. Zu illegalen Drogen komme Alkohol dazu - oft im Mischkonsum oder im Wechsel. Bei 38 Klienten der Berater ist Cannabis die Hauptdroge.

158 neue Kunden suchten im Vorjahr aus eigenem Antrieb die Berater auf, 112 wurden über Krankenhäuser vermittelt, 66 über Angehörige, 59 über Arztpraxen und 35 über die Führerscheinstellen, erfährt SVZ. Die Beratungsstelle hält ein sehr differenziertes Angebot bereit. Das wurde im vergangenen Jahr erweitert. Neu hinzu gekommen sind beispielsweise eine Gruppe für Menschen, bei denen sich Angststörungen entwickelt haben, und eine Sucht- und Schmerzgruppe. Nach einer Pause gibt es wieder eine Angehörigengruppe. Sie soll Verwandten und Partnern von Suchtkranken helfen, dass sie gesund bleiben. Neu bietet die Suchtberatungsstelle u.a. betriebliche Kurse an. Die soll es auch 2016 geben. Ebenso wie freiwillige Tests auf Drogen und Alkohol bei Goa-Partys. Die wurden 2015 erstmals bei einer Party in Blievenstorf angeboten. Über 150 jungen Leute ließen sich testen, ob sie wieder fahrtüchtig sind.

(Weitere Fakten in der Printausgabe und im E-Paper)

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