Parchim : Hier erwacht jetzt das Käferleben

Erzieherinnen aus verschiedenen Einrichtungen zogen an einem Strang und errichteten im Rahmen eines Workshops ein Totholz-Käfer-Beet.
Erzieherinnen aus verschiedenen Einrichtungen zogen an einem Strang und errichteten im Rahmen eines Workshops ein Totholz-Käfer-Beet.

Arche Noah beteiligt sich an bundesweitem Netzwerk-Projekt „Kinder-Garten im Kindergarten“. Totholz-Käfer-Beet angelegt.

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10. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Jungen und Mädchen aus der „Arche Noah“ können künftig eine faszinierende Artenvielfalt beobachten und ertasten: Dazu brauchen sie nur über die Straße zu gehen, denn im Außengelände der Paulo-Freire-Schule gleich gegenüber der evangelischen Kita gibt es seit kurzem ein Totholz-Käfer-Beet: Es dient als neuer Lebensraum für winzige Krabbler, Pilze, Moose, Insekten und kleine Tiere wie Eidechsen, Fledermäuse, Eichhörnchen und Vögel.

Ein Totholz-Käfer-Beet eröffnet gerade Kindern eine Welt der Naturentdeckungen: Sie können eine Mauerbiene schlüpfen sehen, einen Hirschkäfer vorsichtig berühren und eine Libelle summen hören. „Die Kinder erkennen den spannenden Kreislauf des Lebens und begreifen im wahrsten Sinne des Wortes die Natur“, weiß Jenny Krachenfels. Die in Kuppentin beheimatete Erzieherin engagiert sich seit vielen Jahren mit viel Herzblut im Bereich der Umwelt- und Naturpädagogik: Einmal in der Woche unternimmt sie zum Beispiel mit den Arche-Kindern Waldtage. Und auch im Hort der Paulo-Freire-Schule, den Jenny Krachenfels seit einigen Monaten leitet, gehören diese Expeditionen in Wald und Flur zu den offenen Angeboten. Gemeinsam mit Kita-Leiterin Bettina Stüwe ist sich Jenny Krachenfels sicher, dass das neue Projekt zudem sehr schön geeignet ist, um den Zusammenhalt zwischen der evangelischen Schule und der Kindertagesstätte in Trägerschaft des gemeinnützigen Diakoniewerkes Kloster Dobbertin noch weiter zu vertiefen. Beide Einrichtungen hegen und pflegen eine Kooperation auf vielen Ebenen.

Angelegt wurde das Beet im Rahmen eines Workshops mit vereinten Kräften von Erzieherinnen aus der Arche, der Schule und des Hortes, aus der Katholischen Kita und dem DRK-Kinderland in Parchim sowie aus Kindertagesstätten in Schwerin und Grevesmühlen.

Bevor es an die eigentliche Arbeit ging, erfuhren die Erbauer des Totholz-Käfer-Beetes zunächst von Julia Meier vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), wie Holz von der Borke bis zum Kern aufgebaut ist und wie es wieder zerfällt. Von Insekten, wie Käfer und Wildbienen, über Pilze bis hin zu Flechten und Moosen sind zahlreiche Organismen daran beteiligt.

Entscheidend für das kleine Biotop sind auch die Baumart und der Zustand des Holzes. Es stammt übrigens aus dem Parchimer Stadtwald. Der Leiter der Parchimer Stadtforst, Oberförster Danilo Klaus, kümmerte sich persönlich darum, dass das Totholz pünktlich zum Arbeitseinsatz zur Verfügung stand. Bei dem Workshop in Parchim handelte es sich um ein Angebot des bundesweiten Netzwerks „Kinder-Garten im Kindergarten“.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt realisiert und will schon die jüngsten Erdenbürger für Natur und Artenschutz begeistern. Die Kita Arche Noah ist laut Pressemitteilung des Netzwerks eine von 200 ausgewählten Netzwerk-Kindergärten in ganz Deutschland

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