Ernte beginnt : Herzen der Pilzfans schlagen höher

Die Pilze sprießen nun auch in den Wäldern zwischen Slate und Zachow in ganzer Pracht. Fotos: Wolfried Pätzold
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Die Pilze sprießen nun auch in den Wäldern zwischen Slate und Zachow in ganzer Pracht. Fotos: Wolfried Pätzold

Reiche Pilz-Ernte in MV erwartet. Schmackhafte Exemplare locken auch Flüchtlinge in die Wälder. Doch Experten warnen.

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23. September 2015, 21:00 Uhr

Wenn Jürgen Gärtner zu einer  Pilzwanderung einlädt, ist das Interesse stets groß. Schließlich ist der Parchimer Naturfreund seit mehr als vier Jahrzehnten ehrenamtlich als Pilzberater in  der Region tätig. In dieser Woche hatte wie schon in den Vorjahren das  Jugend- und Familienzentrum „Club am Südring“ zum gemeinsamen Pilzsammeln eingeladen. 17 Frauen, Männer und auch Kinder wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, um mit einem Experten auf Pilzpirsch zu gehen. Jürgen Gärtner, der bereits seit Tagen die Pilzreviere in Augenschein genommen hat, führte  in einen Wald zwischen Slate und Zachow.

Obwohl jeder mit Korb und Messer ausgestattet war, gab es Skepsis, ob es überhaupt schon Pilze in größer Menge geben würde. Doch Jürgen Gärtner hatte bereits seinen stattlichen Fund vom Vormittag mitgebracht und war zuversichtlich. Und in der Tat dauerte es nur Minuten, bis die ersten Exemplare in den Körben landeten. „Das wird ein guter Pilz-Herbst“, ist sich Jürgen Gärtner sicher. Doris Struck war zwar früher öfter in den Pilzen, doch sie ist sich nicht sicher, welche Exemplare in die Pfanne gehören. Und da liegt das Problem. „Nur Pilze, die man hunderprozentig kennt, sollten verzehrt werden“, betont der Experte immer wieder. Beim Gemeinen Steinpilz, dem Maronenröhrling, Hallimasch oder Flockenstieligem Hexenröhrling, der allerdings mit dem giftigen Satansröhrling verwechselt werden kann, ist man auf der sicheren Seite. Frank Engel bleibt angesichts der Pilzvielfalt seiner Linie treu: „Ich nehme nur bekannte Pilze mit nach Hause“.

Mit einem neuen Problem sind die Pilzberater in diesem Herbst konfrontiert. Nachdem in Hannover bereits 30 Flüchtlinge mit lebensbedrohlichen Pilzvergiftungen behandelt werden mussten, warnen sie mit Plakaten in mehreren Sprachen. In Deutschland gibt es giftige Pilze (z.B. der Knollenblätterpilz) der essbaren Pilzen aus anderen Teilen der Welt stark ähnelt.

Pilzberatung in der Region:
Parchim: Jürgen Gärtner, Fichtestr. 36, Telefon 03 871/ 26 58 17 oder 0173-9755280
Keez: Irena Dombrowa, Dorfstraße 1a, 19412 Keez, Telefon 0172-7339226
Techentin: Lothar Strelow, Schmiedestraße 4, 19399 Techentin, Telefon 03 87 36/ 42714 oder  0152/07514079
Rostock: 26./27. September: Alle Pilzberater auf der Landespilzausstellung von 10 bis 18 Uhr im Botanischen Garten
3./4. Oktober: Dietrich Mausolf von 14 bis 18 Uhr
10./11. Oktober: Arthur Frank von 14 bis 17 Uhr
17./18. Oktober: Horst Stascheit von 14 bis  17 Uhr
24./25. Oktober: Ria Bütow von 14 bis 17 Uhr
31. Oktober/1. November: Arthur Frank von 14 bis 17 Uhr

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