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Herzberg : Herbizide in Brunnen: Kein Interesse an Vertuschung

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Suche nach Ursache für Bentazon-Belastung in Herzberg läuft

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Warum wurde gerade der Großkonzern BASF bei der Aufklärung der Bentazonbelastung in zwei Trinkwasserbrunnen in Herzberg eingeschaltet? „Nicht wir haben BASF beauftragt, sondern das LUNG (Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie - die Red.) hat BASF aufgefordert, Ursachenforschung zu betreiben“, erklärt Lothar Brockmann, Geschäftsführer des Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverbandes Parchim-Lübz (WAZV). „Die Kosten bleiben bei BASF, und das LUNG prüft das noch nicht fertige Gutachten auf inhaltliche Schlüssigkeit und wird dies zurückweisen, wenn es inhaltlich nicht nachvollziehbar ist.“ Zur Ursachensuche nach der zu hohen Belastung mit Pflanzenschutzmitteln erklärt Brockmann: „So lange keine Beweise vorliegen, gilt auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung. Vieles spricht allerdings dafür, dass die Einträge schon vor Jahren passiert sind und sich jetzt auswirken. Der übermäßige Einsatz von Herbiziden zu DDR-Zeiten ist doch ein offenes Geheimnis. Die Langzeitauswirkungen waren damals noch gar nicht einschätzbar.“

Das Bentazon wurde bei einer Probe Ende des Jahres 2015 festgestellt, deren Ergebnis erst im Frühjahr 2016 vorlag, so Brockmann: „Danach haben wir und die zuständigen Behörden sofort reagiert. Die Proben lagen zu dem damaligen Zeitpunkt unter dem Grenzwert und deshalb gab es keine Veranlassung zu informieren.“ Erst als die regelmäßigen Proben danach übergrenzwertige Analysewerte auswiesen, habe der Zweckverband die Brunnen geschlossen, um kein „verschnittenes Wasser“ zu liefern, erläutert Brockmann. Es wäre theoretisch möglich gewesen, das Wasser der belasteten Brunnen mit dem unbelasteten aus anderen Brunnen zu mischen, wie SVZ berichtete.

Die Mitarbeiter des Zweckverbandes sind für die Bürger da, betont Brockmann. Und sie würden „Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um sowohl im Bereich der Gebühren als auch im Bereich der Sicherheit besser zu werden und Erreichtes zu erhalten.“ Der WAZV sei weder der Verursacher der Bentazonbelastung noch habe er ein Interesse an einer Vertuschung. „Alles muss auf den Tisch und vom LUNG geprüft werden. Das ist die Fachbehörde. Mit dem Niveau können wir uns nicht messen“, so der Geschäftsführer. „Wir können momentan leider nur reagieren, wie wir es auch im Fall Suckow leider machen mussten.“ Wie SVZ berichtete, wurde wegen Gefährdung der dortigen Brunnen das Suckower Wasserwerk ganz aufgegeben und die Region an das Wasserwerk Herzfeld angeschlossen.

Wenn sich die Verursacher zeitnah selbst anzeigen würden oder angezeigt hätten, dann wäre die Wirkung wahrscheinlich nicht so fatal, wie sie der Wasserversorger derzeitig abzuarbeiten hat. Dann hätte man zeitnah auf einen Bentazoneintrag reagieren oder ihn gar verhindern können, so Brockmann.

Wie SVZ berichtete hat der WAZV zwei mit dem Pflanzenschutzmittel Bentazon belastete Brunnen in Herzberg geschlossen. Die Bürger erhalten ihr Trinkwasser aus unbelasteten tieferen Schichten.

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