Bereits rund 800 Besucher im Sommermuseum : Handel prägte Parchim schon immer

<fettakgl>Stadtgeschichte zum Erleben:</fettakgl> Julia Hastädt vermittelt Ferienkindern aus Lübz im Sommermuseum im Zinnhaus das Leben in früheren Zeiten.<fotos>Wolfried Pätzold</fotos>
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Stadtgeschichte zum Erleben: Julia Hastädt vermittelt Ferienkindern aus Lübz im Sommermuseum im Zinnhaus das Leben in früheren Zeiten.Wolfried Pätzold

Wolfgang Kaelcke hat seinen Lieblingsplatz im Sommermuseum längst gefunden: Es ist ein Platz am Dreiertisch im nachgestalteten Stadtcafé im Obergeschoss des Zinnhauses. Vielen Besuchern scheint es ähnlich zu gehen.

svz.de von
30. Juli 2012, 06:15 Uhr

Parchim | Wolfgang Kaelcke hat seinen Lieblingsplatz im selbst konzipierten Sommermuseum längst gefunden: Es ist ein Platz am Dreiertisch im nachgestalteten Stadtcafé im Obergeschoss des Zinnhauses. "Vielen Besuchern scheint es ähnlich zu gehen. Das Stadtcafé war in Parchim eine Institution. Daran erinnert man sich einfach gerne", meint der Museumschef. Als Glücksfall hat sich erwiesen, dass es vom Stadtcafé, dass nach vielen Jahrzehnten Anfang der 90er Jahre endgültig geschlossen wurde, Postkarten und Fotos existierten.

Das diesjährige Sommermuseum - zugleich die zehnte Auflage des erfolgreichen musealen Projektes der Stadt - haben inzwischen mehr als 800 Besucher gesehen. "Nach 45 Tagen sind wir zufrieden. In den kommenden Tagen gibt es ja noch jede Menge Gelegenheit im Zinhaus die anspruchsvolle Ausstellung zu besuchen", so Kaelcke. Mit einer Gesamtausstellungsdauer von 77 Tagen ist das diesjährige Sommermuseum das bislang längste. Mit dem Motto "Handel und Gewerbe im alten Parchim" haben die Macher offenbar erneut einen guten Griff getan. "Hier können sich die Parchimer und Touristen in einer sehr schönen Atmosphäre mit einem Alltagsthema beschäftigen. Handel hat schon immer eine wichtige Rolle in Parchim gespielt. Ich glaube wir können mit dem Blick in die Vergangenheit auch Anregungen für die Zukunft in unserer Stadt bekommen", meint der Stadthistoriker.

So wie in den Vorjahren kommt der eine oder andere Besucher, weil er zum Thema eine besondere Beziehung hat. "Für mich ist der Besuch im Zinnhaus wie ein Nachhause kommen", schreibt Gisela Deutschler, die mit ihrem Enkel extra aus Schwerin da war, ins Gästebuch. Sie hat vor Jahren im Zinnhaus, das in diesem Jahr 400 Jahre alt wird, selbst gewohnt und war nun begeistert, was hier den Gästen geboten wird.

Gefreut hat sich das Museumsteam auch, dass Parchimer museale Stücke aus dem eigenen Fundus mitgebracht haben. "Selbst die legendären Plasteeisbecher aus DDR-Zeiten, die uns Cordula Hohmann mitgebracht haben, sind längst Geschichte", meint der Museumschef.

Heute findet in den Räumen des Sommermuseums um 15 Uhr eine Lesung statt. Klaus-Dieter Micheel, einst Kohlenhändler im Ort, und Autorin Regina Tamke haben in einem Buch "Mutter, die Kohlen sind da" Randnotizen eines Parchimer Bürgers aus sieben Jahrzehnten festgehalten. "Das dürfte spannend werden, denn die persönliche Sicht auf die Stadtgeschichte gab es so bei uns noch nicht", sagt Wolfgang Kaelcke.

Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Sommermuseums wird ein Aktionstag am Sonntag, dem 18. August, werden. Zusammen mit den Mitstreitern des Heimatbundes, die erneut auch maßgeblich die tägliche Betreuung der Ausstellung unterstützen, wird für Geschichtsinteressierte rund um das Thema Handel und Gewerbe einiges geboten. Darauf darf man gespannt sein.

Wolfgang Kaelcke hofft, dass mit Beginn der Schule am 6. August auch noch weitere Schulklassen die Chance nutzen, die Sommerschau im Zinnhaus kostenlos zu besuchen. "Einen anschaulicheren Geschichtsunterricht gibt es kaum", wirbt der Museumschef. Auf Wunsch stehen dann auch wieder Heimatbundmitglieder bereit, um eine fachkundige Führung anzubieten.

Am 26. August schließt das Sommermuseum endgültig die Türen. Schon jetzt bedauern viele Besucher, dass eine so aufwändig gestaltete Ausstellung nicht für immer im Zinnhaus bleiben kann.

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