Parchim : Halbzeit für die Brieftauben

Brieftauben im Flug
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Brieftauben im Flug

Interessanteste Zeit des Jahres für die Züchter: Sechs von zwölf Wettflügen sind abgeschlossen.

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21. Juni 2017, 12:00 Uhr

Und der Sieger in der Region Parchim ist Brieftaube 04709-14-170w. Der Name verrät Verein, Schlüpfjahr, Nummer der Taube und dass es ein Weibchen ist. Sie gehört Bernhard Grinke aus Lübz und hat den sechsten von zwölf Wettflügen der Brieftaubenfreunde der Region Parchim über 400 Kilometer gewonnen.

Bis zur Mauser der Tauben geht die Flugsaison. Die Wettflugzeit ist für die Züchter die interessanteste Zeit des Jahres, sagt Klaus-Ulrich Teich. Der Schweriner ist Vorsitzender in einem von zehn Brieftaubenvereinen, die in der Reisevereinigung Parchim „Auf zur Elde“ zusammengeschlossen sind. Gemeinsam mit weiteren Züchtern aus den Vereinigungen Ludwigslust und Schwerin gehen sie als Regionalverband auf Reisen.

Die Flugstrecken für die Tauben sind zwischen 200 und 600 Kilometer lang. Die meisten sogenannten Auflassorte, von wo die Tauben starten, sind in Polen. „Dem Brieftaubensport liegt die Treue der Tauben zu Grunde, möglichst schnell zurück in ihren Heimatschlag fliegen zu wollen“, so Teich. Vorwürfen mancher Tierschützer, die Züchter würden Tiere quälen, tritt er entschieden entgegen: „Nur gesunde und gegen Paramyxo geimpfte Tauben werden zugelassen.“ Die Züchter würden Kulturgeschichte bewahren. Zwar seien Tauben während der Weltkriege „missbraucht“ worden, doch sie werden seit 3000 Jahren zur Nachrichtenübermittlung genutzt.

Die Züchter bringen ihre Tiere von zentralen Plätzen wie in Crivitz und Lübz in Spezialfahrzeugen zu den Auflassorten. Teich spricht vom „Kabinenexpress“. Erst vor Ort fällt die Entscheidung, ob und wann geflogen wird. „Erst wenn das Wetter für die Flugstrecke ok ist, erfolgt der Start.“ Auf dem Heimflug können Tauben im Schnitt Geschwindigkeiten von 60, aber auch bei Rückenwind von bis zu 120 km/h erreichen. Die Schläge, zu denen die Tauben heim fliegen, sind unterschiedlich weit entfernt. Die Brieftauben landen mit einem Spezialring am Fuß auf einem Anflugbrett, über das die Ankunftszeit im Computer erfasst wird. „Die Tauben können so ohne zusätzliche Aufregung in den Heimatschlag zurückkehren“, erklärt Teich. Die Taube, die die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit schafft, gewinnt. Am Ende wird sowohl in der Reisevereinigung als auch im Regionalverband abgerechnet.

Nach dem Ende der Wettflug-Saison für die älteren Tauben gibt es ab Mitte August fünf Preisflüge für die jungen Tauben, die in diesem Jahr geschlüpft sind.

(Ergebnisse in der Printausgabe und im E-Paper)

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