Parchim : Guter Start für die Theaterkarriere

Freunde: Clemens und Lennart (v.l.) absolvieren ein FSJ am Parchimer Theater.
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Freunde: Clemens und Lennart (v.l.) absolvieren ein FSJ am Parchimer Theater.

FSJ am Theater: Clemens Dahm und Lennart Meier schnuppern Bühnenluft

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27. Mai 2017, 05:00 Uhr

„Im Großen und Ganzen war es ein super Jahr“, sagt Lennart Meier zufrieden. Der 20-Jährige absolviert noch bis Ende der Spielzeit im Juli, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) am Jungen Staatstheater Parchim. Mit an seiner Seite ist Clemens Dahm. Er hielt es, etwa vor einem Jahr, ebenso für eine gute Idee, für fast zwölf Monate einen Freiwilligendienst im Kulturbereich zu machen.


Die zwei Freunde
teilen sich ein Büro


Zu Beginn jeder neuen Spielzeit nimmt das Parchimer Theater bis zu zwei FSJ’ler in seinen Betrieb auf. Seit Herbst 2016 teilen sich Lennart und Clemens ein kleines, kreativ-chaotisches Büro in der Blutstraße. Lennart aus Niedersachsen, Clemens aus Mecklenburg - die jungen Männer kannten sich vorher nicht und wurden während der gemeinsamen Zeit in Parchim richtig gute Freunde. Wie Lennart, blickt auch Clemens mit Glücksgefühlen auf Bisheriges zurück: „Mein absolutes Highlight war, dass ich die Möglichkeit bekam, als Schauspieler bei Pippi Langstrumpf einzuspringen.“ In der Rolle von „Thomas“ schnupperte der 23-Jährige zum ersten Mal richtig Bühnenluft. Nun möchte er weiterhin an einer Theaterkarriere feilen. Ob direkt nach dem FSJ auf die Schauspielschule, oder ein Studium, oder eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker; das wisse er derzeit noch nicht. Der Weg ist das Ziel und die Richtung, in die es einmal gehen soll, erkannte Clemens auf und hinter der Bühne in Parchim. „Hier habe ich gesehen, was da wirklich hinter steckt. Also die enorme Selbstdisziplin und Professionalität, die das Ensemble an den Tag legt“, zollt Clemens dem Parchimer Team Respekt.

Am Kinder- und Jugendtheater stellt er nicht nur sein Bühnentalent auf die Probe, sondern arbeitet in der Licht- und Ton-Abteilung mit. Für die Adventsgeschichten, die in der Theatergaststätte aufgeführt wurden, übernahm er eigenverantwortlich das Technikerpult. Den jungen Leuten selbstständiges Arbeiten beizubringen, gehöre mit zu den Zielen im FSJ, meint Katja Mickan, Chefdramaturgin am Jungen Staatstheater Parchim.


Poetry Slam selbst auf die Beine gestellt


Lennart lernte die Requisite unter der Leitung von Björn Heckendorf kennen. „Das macht auch viel Spaß. Anfangs wollte ich perspektivisch in die Schauspielrichtung, davon bin ich etwas abgekommen, denn hinter der Bühne ist es auch interessant“, sagt der junge Mann aus der Nähe von Hannover. Sein Highlight wäre der Poetry Slam unter dem Titel „Wortgefechte“ gewesen. Den Lyrikwettbewerb haben die beiden Jungs für ein FSJ-Projekt selbst organisiert. Am 2. Mai stellten Parchimer Hobbydichter in der Theaterkneipe ihre eigenen Texte vor, musikalisch begleitet von den Schauspielern Julian Dietz und Niels Höddinghaus. „Clemens und Lennart haben das top gemacht. Es war ein toller Abend“, so Katja Mickan. Bis Juli, dann endet die Spielsaison 2016/17 am Jungen Staatstheater, engagieren sich die zwei noch für das Mecklenburger Kulturleben. Für die Zeit danach wünschen sich beide, im Bereich Kultur und Medien weiter tätig zu werden. In die Eldestadt gekommen zu sein, bereuen sie nicht: „Es war die richtige Entscheidung, weil ich hier viel gelernt habe. Ich werde Parchim schon vermissen“, sagt Lennart abschließend.

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