Spornitz : Gute Architektur steht auch dem Dorf

Mit ihrem Anbau zufrieden: Aviva Lüth.
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Mit ihrem Anbau zufrieden: Aviva Lüth.

Es gibt mehr als zwei Beispiele sehenswerter Bauprojekte im Landkreis - Bauherren und Architektin harmonierten

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07. Juli 2014, 08:00 Uhr

SPORNITZ Insgesamt 64 Projekte hatte die Architektenkammer von Mecklenburg-Vorpommern für würdig befunden, in diesem Jahr am bundesweiten „Tag der Architektur“ öffentlich vorgestellt zu werden. Lediglich zwei davon befinden sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim: der Ludwigsluster Schlosspark und das Zeughaus der Festung Dömitz.

Es ist aber bei weitem nicht so, dass es in der Region anderswo keine vorzeigbaren architektonischen Leistungen gäbe. Hemmschwelle ist offenbar, dass sich Architekten selbst um eine Präsentation bewerben müssen. Das aber ist nicht unbedingt Sache jeden Planers. Viele wirken lieber im Stillen und hängen ihre Arbeit nicht an die große Glocke, liefern aber Tag für Tag jedoch bemerkens- und sehenswerte Leistungen ab. So zum Beispiel das Parchimer Architekturbüro Lemke-Uphaus (Gänsekamp 5). Das fünfköpfige Team hat just den Umbau der Lübzer Grundschule bewerkstelligt. Auch private Bauaufgaben hat das Architekturbüro gemeistert.

Wer beispielsweise in Spornitz durch die Gartenstraße fährt, dem fällt der Anbau des Wohnhauses Nr. 8 der Familie Lüth ins Auge: Moderne, funktionale Architektur, schlicht, unspektakulär. Zehn auf 6,40 Meter misst der Kubus. Dabei wurden markante Stilelemente des Haupthauses wie der hellgelbe Putz oder die braunen Fensterrahmen aufgenommen. Der markante Neubau ist mit dem Haupthaus verbunden, aber dennoch als eigenständig wahrzunehmen. Er beherbergt das Fingernagel- und Kosmetikstudio „nails & more“. Sein Flachdach versteckt sich hinter einer umlaufenden Attika (Dachsims). Der Eingangsbereich, als verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion gestaltet, liegt etwas nach innen springend an der straßenseitigen Gebäudeecke und lädt zum Betreten ein. Die Straßenfront ist durch drei bodentiefe, schmale Fenster gekennzeichnet. „Die minimierten Einblicke machen neugierig auf das Dahinter“, weiß die Architektin Anja Lemke-Uphaus. Durch ein gegenüberliegendes Fenster kann man einen Einblick in den mediterran gestalteten Garten gewinnen.

Aviva und Torsten Lüth waren mit sehr konkreten Vorstellungen und Visionen an die Architektin herangetreten. „Nicht nur im guten Einvernehmen zwischen den Auftraggebern und dem Architekten, sondern auch in der guten Zusammenarbeit mit den Baubetrieben und der sorgfältigen Umsetzung der Planung liegt das Geheimnis dieses Projekts.“ Der Bauherr und die Architektin kennen sich schon seit der Schulzeit.  Die Parchimerin studierte danach in Hannover Bauingenieurwesen und sattelte in Wismar noch ein Architekturstudium obenauf. Die Branche liegt ihr offenbar im Blut, denn schon ihr Vater war in Parchim als Bauingenieur tätig. 2007 machte sie sich mit ihrem Mann Holger Uphaus selbstständig.

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