Kreistag Ludwigslust-Parchim diskutiert Machbarkeitsstudie : Gutachten vor der Theatersanierung

<strong>Das Parchimer Theatergebäude</strong> ist in die Jahre gekommen.<foto>mitzlaff</foto>
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Das Parchimer Theatergebäude ist in die Jahre gekommen.mitzlaff

Bekenntnis zum Theaterstandort Parchim - und zur Sanierung der Spielstätte: Landrat Rolf Christiansen (SPD) will dem Kreistag jetzt eine Machbarkeitsstudie vorschlagen. Eine Sanierung würde acht Millionen Euro kosten.

svz.de von
08. März 2013, 06:37 Uhr

parchim | Klares Bekenntnis zum Theaterstandort Parchim - und zur Sanierung der Spielstätte: Landrat Rolf Christiansen (SPD) will dem Kreistag jetzt eine Machbarkeitsstudie vorschlagen.

"Wichtig ist mir, dass auch die weichen Standortfaktoren des Landkreises gestärkt werden. Ein solcher Faktor mit Leuchtturmwirkung ist das Landestheater Parchim", sagt Christiansen. Zu einen sehr guten Theaterangebot gehöre aber auch, dass langfristig die räumlichen Rahmenbedingungen stimmen. Da gebe es in der jetzigen Immobilie Handlungsbedarf.

Fakt ist, dass eine Sanierung des Theatergebäudes rund acht Millionen Euro kosten würde und schon lange diskutiert wird. Vor der 2011 gegründeten gemeinsamen Holding mit dem Volkstheater Rostock gab es allerdings keine Planungssicherheit, weil die Landesregierung die Theaterlandschaft in Frage gestellt hatte.

"Von daher werde ich dem Kreistag vorschlagen, in den Haushalt einen Ansatz für die Untersuchung der bestehenden Möglichkeiten zur Verbesserung der räumlichen Situation des Theaters aufzunehmen", sagt Landrat Christiansen. "Ziel muss es sein, alle Möglichkeiten zu analysieren, wie wir den Theaterstandort Parchim sichern und entsprechend seiner Bedeutung für das Land positionieren können. Dabei ist die wirtschaftliche und technische Machbarkeit zu prüfen. Ich bin da für alle Möglichkeiten offen."

Wichtig sei, dass der Landkreis rechtzeitig anfange, um mit der Positionierung des Landes zum Theaterkonzept den Standort Parchim weiterentwickeln zu können. Allen müsse klar sein, so Landrat Christiansen, "dass wir zusammen mit der Stadt Parchim und dem Land eine gewaltige finanzielle Last zu stemmen haben. Dies will langfristig vorbereitet sein".

Wolfgang v. Rechenberg, SPD-Fraktionschef im Kreistag, unterstützt den Weg: "Das ist für Parchim eine gute Nachricht." Angesichts des objektiv vorhandenen Defizits sei ein sofortiger Sanierungsbeginn ohnehin kaum möglich und gegenüber dem Land sehr schwer zu vertreten. Die Zeit könne man zum Vorlauf nutzen, um verschiedene Sanierungsmöglichkeiten zu disktieren und die beste Möglichkeit herauszufinden. Linken-Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt hat die Sanierungs-Studie mit angeregt, sieht darin auch einen Weg, "möglichst viele mit ins Boot zu holen". Im Altkreis Parchim favorisierten die Kommunalpolitiker noch ein Partnerschaftsmodell mit der Wirtschaft, wie es bei der Sanierung des Lübzer Gymnasiums kostengenau funktionierte. Das heißt, ein Bauunternehmen geht in Vorleistung, liefert das sanierte Gebäude ab und der Kreis zahlt Miete. Diese PPP-Projekte (Public Private Partnership = privat-öffentliche Partnerschaft) sind allerdings bundesweit ins Gerede gekommen, weil die Kommunen nicht immer auf er Gewinnerseite stehen.

Nach der fraktionsübergreifenden Befürwortung im Kreistag für die Theatersanierung wurden im Wirtschaftsministerium bereits Fördermittel aus EU-Fonds beantragt, aber nicht bewilligt. War bisher nur von einer Sanierung des Theatergebäudes in der Parchimer Blutstraße die Rede, scheint mit einer neuen Analyse der Weg für Alternativen offen. Denkbar wären auch ein kompletter Neubau oder ein Neubau mit Erhaltder Fassade. Eine Entscheidung über die Sanierungsstudie wird auf der nächsten Kreistagssitzung am 14. März in Ludwigslust fallen.

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