Großfeuer hält acht Wehren in Atem

<fettakgl>Fast hundert Feuerwehrleute</fettakgl> von acht Wehren nahmen den Kampf gegen die Flammen auf.<fotos>Michael-Günther Bölsche</fotos>
1 von 3
Fast hundert Feuerwehrleute von acht Wehren nahmen den Kampf gegen die Flammen auf.Michael-Günther Bölsche

svz.de von
01. März 2013, 06:25 Uhr

Stolpe | Ein Großfeuer hat am späten Donnerstagabend in Stolpe einen Sachschaden von etwa 300 000 Euro verursacht, verletzt wurde zum Glück niemand. Auch 400 Milchkühe kamen nicht zu Schaden.

Es war gegen 20.30 Uhr, als in Stolpe und wenig später in den umliegenden Orten die Sirenen heulten. Anlass war ein Großfeuer in der Agrar GmbH am Rande der Straße nach Barkow. Eine Lagerhalle mit den Ausmaßen von etwa 50 mal 20 Meter brannte bereits in voller Ausdehnung. "Darin lagern Tausende Bunde Stroh, Heu und Futtermittel und auch ein Ackerschlepper ", informierte der geschäftsführende Gesellschafter Bernd Pahl die inzwischen eingetroffenen Einsatzkräfte. Er kann schließlich nur zusehen, wie insgesamt 96 Kameraden von acht Feuerwehren den Kampf gegen die Flammen aufnehmen. Auch der Einsatz der Parchimer Drehleiter, die zusätzlich angefordert wurde, erwies sich als wirkungslos. "Wir können nur kontrolliert abbrennen lassen, etwas anderes ist nicht möglich", gibt Frank Schweitzer, der Amtswehrführer, zu bedenken.

Als problematisch erweist sich die Wasserversorgung vor Ort. "Wir können nur aus den Tanklöschfahrzeugen Wasser entnehmen, da auf dem Gelände keine Möglichkeit dazu besteht", beklagt Frank Schweitzer. So müssen die Kameraden eine lange Wasserstrecke zu einem Dorfteich aufbauen, der knapp 1000 Meter entfernt ist. Zur besseren Koordinierung der eingesetzten Feuerwehren wird auch die Führungsgruppe des Amtes Parchimer Umland zum Einsatzort beordert.

Ziemliches Glück hatten die Kameraden der Feuerwehren, dass der Wind den Funkenflug über eine angrenzende Ackerfläche trieb. Wäre es anders gekommen, wären schlimmere Folgen wahrscheinlich gewesen. Auf der anderen Seite befinden sich Stallanlagen mit 400 Milchkühen, die während des Einsatzes stumme Zuschauer sind. Sie mussten sich gestern Morgen mit einer Notration Futter zufrieden geben. "Die Flammen haben alle Vorräte vernichtet und uns steht nur noch ein kleiner Rest zur Verfügung. Wir müssen uns nun erst einmal um einen Futternachschub kümmern", sagt Bernd Pahl. Der Agrarbetrieb hatte in diesem Winter so viel Stroh eingelagert, dass eigentlich schon daran gedacht war, etwas zu verkaufen...

Den Brandschaden beziffert der Eigentümer der Lagerhalle nach ersten Schätzungen auf etwa 300 000 Euro.

Zur Ermittlung der Brandursache hat die Kriminalpolizei noch in der Nacht erste Untersuchungen einleitete. Auch ein Fährtenhund wurde dabei eingesetzt, der zunächst eine Spur aufnehmen konnte, aber sie später verlor. Nach Informationen unserer Redaktion soll es einen "ominösen Anruf" etwa zwei Stunden vor Ausbruch des Brandes gegeben haben. Ob dieser im Zusammenhang mit dem Feuer steht, wird intensiv geprüft. "Wir gehen von Brandstiftung aus", bestätigt Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen