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Parchimer Stadtforst : Großes Aufräumen im Buchholz

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nachdem Sturmtief Michaela am 9. Juli im Parchimer Stadtwald wütete, läuft die Aufarbeitung des gefallenen Holzes auf Hochtouren

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 15:41 Uhr

Noch einige Tage wird Thore Bünz mit seinem Harvester im Buchholz voll zu tun haben. Parchim Voraussichtlich noch bis zum Freitag dieser Woche wird Thore Bünz mit seinem Harvester im Buchholz  voll zu tun haben. Eigentlich ist der Parchimer  Stadtwald  für den Maschinenführer und Inhaber eines in Neustadt-Glewe ansässigen Forstunternehmens  seit mehr als zehn Jahren eine vertraute „Winterbaustelle“. Der SOS-Anruf von der Stadtforstverwaltung erreichte ihn nun mitten im Hochsommer – kurz nachdem  Sturmtief Michaela am 9. Juli über die Region fegte (SVZ berichtete)  und innerhalb weniger Minuten punktuell Teile des Buchholzes regelrecht zersauste sowie in Slate und am Slater Fährsteig wütete.

Buchholz-Südkante traf es am meisten
Als sich Oberförster Danilo Klaus und die beiden Revierförster  Frank Möller und Nils Engelhard am nächsten Morgen  auf den Weg machten, um die Folgen ins Auge zu fassen, war  ihnen schnell klar, dass der Schaden in den vierstelligen Bereich gehen dürfte. Nach jetzigen Schätzungen hat der Sturm etwa 1300 Festmeter Holz  zu Fall gebracht, 80 Prozent davon allein im Buchholz, insbesondere an der Südkante. 20 Prozent des Schadens sind im Revier Slate zu verzeichnen. Was die Schadensmenge betrifft, überwiegt das Nadelholz. Beim Laubholz ist vor allem die Buche betroffen, die  in dieser Jahreszeit mit ihrer vollen Belaubung besonders gefährdet ist. Umgeworfen oder aus den Wurzeln gerissen wurden aber auch starke Eichen, wie zum Beispiel in Slate, wo der stattliche Baum in der Mitte des Stammes wie ein Streichholz abgedreht wurde.  Kaum zu glauben,   dass der  höher liegende Sonnenberg von diesem Gewaltausbruch der Natur verschont blieb. Die letzten vom Sturm zu Fall gebrachten Bäume entdeckte der zuständige Revierförster im Bereich des ehemaligen Slater Brunnens.  

„Zum Glück wurden keine Gebäude oder andere Sachwerte zerstört“, spricht Danilo Klaus, Leiter der Parchimer Stadtforstverwaltung, noch von Glück im Unglück. Kaum waren der Schaden ermittelt, Wege und  Straßen, wie zum Beispiel die B 321 in Slate  freigeräumt, begannen die  in der Stadtforstverwaltung tätigen drei Forstwirte soweit es möglich und verantwortbar war,  mit der Aufarbeitung des gefallenen Holzes. Die eigentlich sonst in dieser Jahreszeit  übliche  Kultur- und Jungwuchspflege musste nach diesem unvorhergesehenen Ereignis komplett zurückgestellt werden.   Als Hilfsmittel kommt in diesen Tagen neben dem Harvester auch ein Seilschlepper zum Einsatz. Die Arbeiten gestalten sich oftmals heikel und sind gefährlich, da das Holz unter Spannung steht.

Auch wenn es vielen Spaziergängern weh tut, zu sehen, was das Sturmtief aus „ihrem“ Buchholz gemacht hat, wirft  das Naturereignis den wirtschaftlichen Betrieb der Stadtforstverwaltung nicht aus der Bahn, kann Oberförster Klaus beruhigen. „Wir haben für das laufende Haushaltsjahr noch Lieferverpflichtungen zu erfüllen und Einschlagmaßnahmen waren geplant. Die für 2014 vorgesehene  Einschlagmenge  wird insgesamt nicht überschritten“, ist der Forstmann zuversichtlich. Die Abnehmer stehen schon fest: Das stärkere Stammholz bleibt in der Region und kann zu marktüblichen Preisen abgesetzt werden.   Das Herz des Fachmannes blutet jedoch, wenn Danilo Klaus daran denkt, dass  die betroffenen zwischen 40 und 80 Jahre alten Bestände längst nicht reif gewesen sind und ihnen eigentlich noch  die hegende Hand  zweier Förstergenerationen  zugestanden hätte.  Die Nadelholzabschnitte werden über Selbstwerbung an den Mann gebracht.  Das  Laubholz wird allerdings erst im Herbst aufgearbeitet  – eine Vorsichtsmaßnahme: Es soll in den nächsten Wochen austrocknen, um damit Wertverluste durch Stocken zu vermeiden.

Während sich der Wald an einigen Stellen größtenteils selbst von den Sturmschäden erholen dürfte – etwa dort, wo bereits eine Naturverjüngung stattgefunden hat – bedarf die vom Sturm verwüstete größte Fläche an der Buchholz-Südkante einer eingehenden „Reparatur“, wie der Fachmann erklärt. Die Baumpflanzungen sollen im nächsten oder übernächsten Jahr erfolgen. Man hoffe, die zu erwartenden Kosten mit Fördermitteln abmildern zu können.

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