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Gemeinsame Übung von Feuerwehr und DRK : Großeinsatz in Spornitzer Diskothek

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Eine groß angelegte Übung von Feuerwehr und DRK fand am Sonnabend in der Spornitzer Großraumdiskothek Eventarena statt. Beteiligt waren mehr als 100 Kameraden der Feuerwehr und des DRK.

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erstellt am 14.Okt.2012 | 10:10 Uhr

Spornitz | Eine groß angelegte Übung von Feuerwehr und DRK fand am Sonnabend in der Spornitzer Großraumdiskothek Eventarena statt. Beteiligt waren mehr als 100 Kameraden von neun Wehren, des DRK-Rettungsdienstes sowie des DRK Sanitäts- und Betreuungszuges.

Schon weit vor dem eigentlichen Übungsbeginn herrscht im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Spornitz reges Treiben. Am Abend zuvor trafen die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr ein. Für sie sollte eine "lange Nacht der Ausbildung" stattfinden und das ohne Handys. "Wir wollten vermeiden, dass über Facebook, Twitter oder ähnliches andere Personen von der geplanten Übung erfahren", sagt Gemeindewehrführer Ronny Matthes-Languth. Am frühen Morgen nach dem Wecken wird der Nachwuchs über die geplante Übung informiert und dass sie eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen haben. Sie sollen die verletzten Personen spielen, die entsprechend der vorgegebenen Verletzung geschminkt werden. Aufgestockt werden diese "Verletzten" durch Auszubildende zum Rettungsassistenten.

In der Zwischenzeit geht für die Besucher der Diskothek Eventarena auch ihre lange Nacht mit viel Musik zu Ende. Während sich die letzten Gäste noch auf der Treppe auf den Nachhauseweg vorbereiten, wird drinnen bereits die Übung vorbereitet. Die hauseigenen Nebelmaschinen sowie zusätzliche Geräte der Feuerwehr sorgen für eine sehr realistische Atmosphäre. "Diese Übung ist für uns sehr wichtig. Wir können eventuelle Mängel in unserem Betriebsablauf erkennen, schließlich wird man ja auch betriebsblind", sagt Diskothek-Betriebsleiter Maik Dreiza.

Die "Verletzten" nehmen ihre Plätze ein und um 6.10 Uhr wird die Integrierte Leitstelle Westmecklenburg in Schwerin telefonisch über den Beginn der Übung informiert. Zwei Minuten später heulen in Spornitz, Dütschow und Matzlow-Garwitz die Sirenen. Sieben Minuten später sind die ersten Kameraden vor Ort und werden durch einen Mitarbeiter der Diskothek über die fiktive Gefahrenlage informiert. Bereits während der Anfahrt der Einsatzfahrzeuge haben die ersten Kameraden ihre Atemschutzausrüstung angelegt und können somit relativ schnell ins Gebäude und dort die Lage erkunden. "Brandausbruch in einer Bar im Untergeschoss der Diskothek, Ursache unbekannt. Nach Bemerken des Brandes entsteht beim Verlassen der Diskothek unter den flüchtenden Gästen Panik. Die Notausgänge lassen sich nicht öffnen, so dass eine unbekannte Anzahl an Personen im Gebäude von Feuer und Rauch eingeschlossen sind", erläutert Amtswehrführer und Übungsleiter Frank Schweitzer das Szenario. Im Laufe des Einsatzes werden weitere Kräfte und Mittel alarmiert. Neben der FFw Severin auch die Führungsgruppe des Amtes Parchimer Umland sowie der DRK Rettungsdienst und der DRK Sanitäts- und Betreuungszug.

In den Räumen der Diskothek kämpfen sich die Einsatzkräfte mit Handlampen durch den dicken Nebel und suchen nach den vermissten Personen. Im Untergeschoss werden die ersten entdeckt und ins Freie gebracht. Dort werden sie von den inzwischen eintreffenden Rettungsassistenten medizinisch erstversorgt. Doch es werden weitere Personen in dem stark verwinkelten Gebäude vermisst und da man nicht unbegrenzt unter Atemschutz agieren kann, werden weitere Kräfte nachgeordert. So die Wehren aus Möderitz, Domsühl, Zieslübbe, Raduhn und Klinken. Da sich ein längerer Einsatz anbahnt, wird auch die Versorgungsgruppe des Amtes benachrichtigt.

Der gegenüberliegende Parkplatz wird als Bereitstellungsraum genutzt, die Einsatzleitstelle eingerichtet. Hier baut das DRK beheizbare Erstversorgungszelte auf. Insgesamt sind vier Rettungstransportwagen, ein Notarztwagen mit ihren entsprechenden Besatzungen sowie ein ärztlicher Leiter vor Ort. "In den Zelten werden die Verletzten untersucht und der Notarzt nimmt die Einteilung nach Verletzungsgrad vor", erklärt der Organisationsleiter des DRK Enrico Fuhrmann. Insgesamt 21 Personen, zum Teil Schwerverletzte, werden durch die Feuerwehr aus dem Gebäude geholt. In den Zelten erhalten sie nach der Untersuchung eine farbige Karte. "Grün für Leichtverletzte, gelb für mittelschwere Verletzungen und rot für die Schwerstverletzten. Blaue Kärtchen erhalten die, für die jede Hilfe zu spät kommt. Entsprechend können dann die Weiterbehandlung und der Transport in die Krankenhäuser erfolgen", erläutert Fuhrmann. Für den Transport stehen fiktiv auch vier Helikopter aus Perleberg, Güstrow, Hamburg und Rostock zur Verfügung" heißt es weiter.

…nach drei Stunden dann das Fazit: Für die Einsatzkräfte war dies keine leichte Übung. Die Rettung der "Verletzten" gestaltete sich schwierig und das benötigte Löschwasser kam aus einem 180 Meter entfernten Hydranten sowie aus einem 560 Meter entfernten Löschteich. Insgesamt aber war die Übungsleitung zufrieden. "Vor allem das Engagement aller Beteiligten war sehr groß", meinten Ronny Matthes-Languth und Frank Schweitzer nach über drei Stunden. Auch die Bevölkerung war froh, dass es nur eine Übung war. Zu Beginn, als die Sirenen zu früher Stunde die Anwohner weckten und angesichts der vielen Blaulichter gab es doch manche Befürchtung über das mögliche Geschehen. Doch es herrschte Erleichterung über die Information, dass es eine Übung ist. Den Ernstfall mögen sich weder die Einwohner noch die Einsatzkräfte vorstellen, ebenso nicht die Disko-Betreiber. Denn bei aller Übung und guter Ausbildung - im Ernstfall kommt ein schwer zu kalkulierbarer Aspekt hinzu: Die Panik. Umso wichtiger ist die gute Aus- und Weiterbildung.

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