zur Navigation springen

Zukunft ungewiss : Grieses Vermächtnis wird verkauft

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Stadt sucht für ehemaliges Kinderkurheim „Markower Mühle“ neuen Eigentümer

Parchim Nachdem die Stadt erst vor wenigen Tagen den Verkauf der früheren Fußballschule unter Dach und Fach gebracht hat (wir berichteten), soll nun ein weiteres Filetstück am Wockersee verkauft werden. Die Stadt sucht einen Interessenten für das 7775 Quadratmeter Grundstück der Markower Mühle, die bis vor rund drei Jahren als Kinderkurheim genutzt wurde. Das Areal am Mühlenteich mit dem reetgedeckten Haupthaus gehörte bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1975 dem 1890 geborenen Schriftsteller Friedrich Griese. Geschenkt hatte es ihm Friedrich Hildebrandt, Gauleiter der mecklenburgischen Landesregierung. Nach 1945 wurde Griese das Anwesen zunächst entzogen und 1954 offiziell zurückübertragen. Griese, der 1947 in  den Kreis Uelzen übergesiedelt und später Gründungspräsident der Fritz-Reuter-Gesellschaft in Lübeck war, schenkte sein Anwesen 1975 der Stadt Parchim und verknüpfte dies mit dem Vermächtnis, es als „Kinderkurheim Friedrich Griese“ zu nutzen. Ein entsprechendes Schriftstück ging an den Rat des Bezirkes Schwerin und wird im Archiv verwahrt. Nach der Wende wurde die Einrichtung auf Grundlage eines Erbbauvertrages privatisiert. Nach Ende des Kurbetriebes fiel das Anwesen zurück an die Stadt. Seit dem soll sich dort nur noch eine Waschbärenfamilie wohl fühlen. 

Der für Grundstücksfragen zuständige Erste Stadtrat Detlev Hestermann räumt ein, dass ein Verkauf nicht ganz einfach werden könnte. Dafür seien aber nicht das juristisch umstrittene Vermächtnis des Dichters verantwortlich, sondern die baurechtlichen Nutzungsmöglichkeiten. 

Interessenten müssen bis zum 17. Mai nicht nur ein Kaufpreisangebot, sondern auch  ein Nutzungskonzept bei der Stadt einreichen. Mindestens 180 643 Euro will die Stadt als Einnahme erzielen. Erst mit dem Konzept werde man entscheiden, ob eine angrenzende und rund 4000 Quadratmeter große Fläche, die zu Kinderkurheimzeiten als Spielplatz, Minizoo und Grünfläche genutzt wurde, mit verkauft wird. Dafür würden zusätzlich mindestens 4000 Euro fällig. Ein international agierender Makler blieb bis dato erfolglos.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 11:04 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen