Grausam: Tierhasser schießt auf Katzen

 Ein Tierhasser schoss auf diese kleine Katze und traf das rechte Auge. privat
Ein Tierhasser schoss auf diese kleine Katze und traf das rechte Auge. privat

von
23. Mai 2012, 05:10 Uhr

Garwitz | Treibt in Garwitz ein Tierquäler sein Unwesen? Nachdem bereits im Frühjahr in der Nähe des Sportplatzes ganz plötzlich zwei Katzen von der Bildfläche verschwanden, nähren jetzt zwei schlimme Vorfälle diese schreckliche Vermutung: Vor etwa vier Wochen kehrte ein rotweißer Kater verletzt von seinem Freigang nach Hause zurück: Dem Tier musste ein Geschoss aus der Nasenwurzel entfernt werden. Dem Kater geht es inzwischen wieder besser. Wahrscheinlich nur durch Zufall ist am Donnerstag vergangener Woche ein etwa zehn Wochen altes Kätzchen gerettet worden: Kinder entdeckten das bis auf die Knochen abgemagerte völlig verstörte Tier in der Nähe der Hauptstraße und brachten es sofort zu Tierfreunden. Wie sich wenig später herausstellte, rührt die Verletzung am rechten Auge der Katze ebenfalls von einem gezielten Schuss her. "Das Tier muss unsagbar gelitten haben", tut es Monika Schröder immer noch weh, wenn sie daran denkt, in welchem Zustand der Verein zum Schutz herrenloser Katzen e. V. das schwer verletzte Geschöpf in seine Obhut nahm. Bevor überhaupt an eine Vermittlung in ein neues liebevolles Zuhause zu denken ist, soll die schwarz-grau getigerte Samtpfote, die aussieht wie eine Wildkatze, mindestens vier Wochen lang auf der "Krankenstation" aufgepäppelt werden. Der Verein konnte sich nämlich einen Raum schaffen, in dem Tiere vorübergehend gepflegt werden, wenn sie frisch operiert sind oder für eine Weile in Quarantäne müssen. Das Kätzchen scheint mit jedem Atemzug zu spüren, dass es buchstäblich in letzter Minute gerettet wurde: "Es ist einfach nur lieb und frisst wie ein Scheunendrescher", erzählt Monika Schröder. Der Verein hat gestern übrigens bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei erstattet. Ein solches Delikt bleibt in Deutschland nicht ungesühnt, wenn der Täter ermittelt wurde: Im besonders schweren Fall drohen Geldstrafen in Höhe von bis zu 25 000 Euro. Erst vor wenigen Tagen ahndete ein Gericht in Thüringen die grausame Tat eines Mannes und dessen Sohnes. Die Männer wollten ihren Labrador-Mischling loswerden. Sie klebten ihm Augen und Maul zu und "entsorgten" ihn dann in einem Brunnen. Der Richter verurteilte die beiden Tierquäler zu Geldstrafen in Höhe von 1350 und 300 Euro.

Für die Tierfreunde in der Großgemeinde Lewitzrand sind die Vorkommnisse in Garwitz ein herber Schlag. Ein solches Ausmaß an Hass gegenüber schutzlosen Tieren kannte man hier einfach nicht. Im Gegenteil: Die Gründung des von Monika Schröder initiierten Vereins im März vergangenen Jahres stieß auf Verständnis und breite Akzeptanz. Die Tierfreunde bekommen viel Unterstützung aus der Nachbarschaft.

Der Verein macht es sich zum Anliegen, herrenlose Katzen, die unfreiwillig zu einem Leben im Freien verdammt sind, an festen Orten mit Futter zu versorgen, kranke Tiere zum Tierarzt zu bringen und die unkontrollierte Vermehrung durch Kastration einzudämmen. Allein im vergangenen Jahr sorgte er dafür, dass 36 Katzen kastriert und 13 Samtpfoten in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden konnten. In diesem Jahr wurden bereits 20 Katzen und Kater kastriert und für acht Tiere, darunter auch einige ältere, neue Besitzer gefunden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen