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Asklepios Klinik Parchim : Graciano kann endlich wieder laufen

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Ärzte der Asklepios Klinik Parchim haben zwei Jungen aus Angola und Afghanistan davor bewahrt, dass sie ihre Beine verlieren. Der vierjährige Graciano und der zwölfjährige Faisal wurden in Parchim kostenlos behandelt.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 05:57 Uhr

Parchim | Ärzte der Asklepios Klinik Parchim haben zwei Jungen aus Angola und Afghanistan davor bewahrt, dass sie ihre Beine verlieren. Der drei- bis vierjährige Graciano (Angola) und der zwölfjährige Faisal (Afghanistan) wurden in Parchim kostenlos behandelt. Die Operationen übernahm ein Team um Dr. Rüdiger Wenzel, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, und Oberarzt Dr. Gerd-Rainer Korsikowski.

Faisal kam mit einer Knocheneiterung am Unterschenkel nach Parchim. Durch zwei Nachoperationen bewahrten die hiesigen Ärzte ihn davor, dass das Bein amputiert werden musste. Bei Graciano war die Muskulatur am Oberschenkel komplett und am Unterschenkel teilweise weg.

Eine Infektion hätte auch bei ihm mit der Zeit dazu geführt, dass er sein Bein verliert. Der kleine Junge muss die letzten anderthalb Jahre bettlägerig gewesen sein, so Dr. Rüdiger Wenzel. Die Mediziner in Parchim beseitigten erst die Infektion und nahmen später eine Hautverpflanzung vor. Inzwischen läuft der Junge wieder auf eigenen Beinen. Und nimmt sogar an einem Friedenslauf teil.

Diese Nachricht erhielt der Chefarzt aus Parchim aus dem Friedensdorf International in Oberhausen, wo sich die beiden Jungen nach der erfolgreichen Behandlung in Mecklenburg aufhalten. Zweimal im Jahr holen die Oberhausener per Flugzeug kranke Kinder aus Krisengebieten nach Deutschland. Von dieser Zentrale aus werden die kleinen Patienten auf Kliniken verteilt, wo sie kostenlos behandelt werden. Bis ihr Rückflug in die Heimat geht, genesen die kleinen Patienten dann wieder in Oberhausen. Das Friedensdorf hat Verträge mit medizinischen Einrichtungen abgeschlossen, in denen die Kinder kostenlos operiert werden. Derzeit kommen viele der kleinen Patienten aus Afghanistan, aber beispielsweise auch aus Ländern wie Irak und Somalia, weiß Dr. Rüdiger Wenzel. Das Parchimer Krankenhaus gehört zu den langjährigen Vertragspartnern des Friedensdorfes. Infektionen, offene Brüche, Folgen von unsachgemäßen Operationen - die Parchimer Mediziner haben schon etwa 60 Kindern geholfen. So retteten sie ein Kind aus Angola, das mit einem dicken Bein nach Deutschland gebracht wurde. Die Ärzte mussten feststellen, dass dem kleinen Patienten in Afrika ein Tierknochen eingepflanzt worden war, um so zu versuchen, einen Bruch zu stabilisieren. Auch das Bein dieses Kindes und damit seine Zukunft wurden gerettet.

Seit 15 Jahren werden alljährlich in Parchim etwa vier kleine Patienten kostenlos behandelt. Ausgesucht werden sie von Nichtregierungsorganisationen in den Krisenstaaten. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass auch versucht wird, Erwachsene mit einzuschmuggeln in dieses Hilfsangebot für Kinder. So kam eine junge Frau im Alter von etwa 20 Jahren nach Parchim, die als 15-Jährige angekündigt worden war. Am Skelett der Hand erkannten die Mediziner aber das wirkliche Alter. Beim Baby sind es nur Knorpel, die immer mehr verknöchern.

Dr. Rüdiger Wenzel engagiert sich seit mehreren Jahren auch mit Hilfseinsätzen im Nepal. Einmal im Jahr lässt er sich für die ehrenamtliche Arbeit im privaten Hilfsverein Nepalmed unbezahlt freistellen. Mediziner und Geisteswissenschaftler aus diesem Verein haben in einem ländlichen Gebiet, weit ab von den nächsten Krankenhäusern, ein Hospital errichtet. Nach eingeteilten Diensten fliegen sie regelmäßig nach Asien, um kranke Menschen zu behandeln, die sonst ohne Hilfe wären. Der Verein hält aber mit seinen Fachkräften nicht nur den Betrieb des Hospitals aufrecht, sondern will jetzt auch eine medizinische Ausbildung für Einheimische organisieren.

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