Parchimer Theaterprojekt : Gorkis „Nachtasyl“ gut für den Job

„Alle für einen, jeder für sich“ heißt das Stück unter der Regie von Sigrid Schnückel (l.)  Fotos: Michael-Günther Bölsche
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„Alle für einen, jeder für sich“ heißt das Stück unter der Regie von Sigrid Schnückel (l.) Fotos: Michael-Günther Bölsche

Parchimer Arbeitslose machen bei Theaterprojekt mit. Selbstbewusstsein der Betroffenen wird gestärkt. Zwei Vorstellungen geplant

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19. Februar 2018, 12:00 Uhr

Dort wo Tanzbegeisterte unter Leitung von Andreas Röber und seinem Team dem Walzer, dem Cha Cha Cha, dem Diskotanz und anderen frönen, haben erneut Laienschauspieler der Projektfabrik ggmbH Witten die Hoheit über die Bretter, die die Welt bedeuten, übernommen. „Seit September vergangenen Jahres läuft unser Projekt mit Menschen, die derzeit ohne Job sind und denen wir helfen wollen, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen“, so Edith Völker, ihres Zeichens Bewerbungstrainerin. 13 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters nehmen an der vierten Neuauflage des Projektes teil. Dabei arbeiten Jobcenter Ludwigslust-Parchim, die Deutsche Angestelltenakademie (DAA) und die Tanzschule Röber als Partner zusammen.

Da neben dem Bewerbungstraining und Praktika in verschiedenen Einrichtungen ein Theaterstück einstudiert wird, ist das Projekt beliebt. Zu den Besonderheit zählt, dass ein Thema vorgegeben wird und durch alle Beteiligten unter der Leitung von der Schauspielerin Sigrid Maria Schnückel komplett umgearbeitet wird. „Das ist schon lustig und mitunter bleibt nicht viel mehr vom Original, als die Grundidee. Die Laiendarsteller sind aktiv an der Erarbeitung der neuen Texte und Handlungen beteiligt“, sagt Schnückel. Sie ist Fernsehzuschauern aus der Serie „Hinter Gittern“ bekannt. Waren in vergangenen Jahren unter anderem die Geschichte von Räuber Vieting oder das Märchen Schneewittchen und die sieben Zwerge die Vorlagen für das ungewöhnliche Theaterprojekt, so ist es diesmal der Klassiker „Nachtasyl“ von Maxim Gorki. Das Stück entstand um 1900 und hat dennoch an Aktualität nicht verloren. Schließlich ist sich in einem Obdachlosenheim meist jeder sich selbst der Nächste und hat Träume.

Zu den Protagonisten gehört diesmal auch Manuela Bettler. Die 30-Jährige ist seit längerem ohne Job und alleinerziehend. Zum Projekt ist sie durch das Jobcenter gekommen. „Ich wollte mich mal ausprobieren. Dazu lernen kann man immer“, meint die junge Frau. Auch wenn sie, wie sie sagt, über ein gesundes Selbstvertrauen verfügt, so ist dieses noch gestärkt worden. Es sei schon etwas anderes, auf einer Bühne zu stehen und vor Leuten zu spielen. „Mein Lampenfieber wächst“, so Manuela Bettler. Dazu kommt, dass sie sogar live singen wird. „Mal sehen, wie es am Mittwoch zur Premiere klappt“, sagt sie schmunzelnd. Nach den zwei Aufführungstagen beginnt sie mit einem Praktikum im Haus der Jugend und hofft, auch künftig wieder einen festen Job zu bekommen.

Auch Jenny Pahl ist alleinerziehend und aus der Elternzeit in die Arbeitslosigkeit gerutscht. Die 26-Jährige schätzt, dass sie sich nach der Teilnahme am Projekt besser behaupten kann. Sie hat Kinderpflegerin gelernt und würde gerne in diesem Bereich wieder tätig werden. Neben den beiden Frauen spielen auch Dieter Holst, Ronny Hinz, Mia Höfer, Manfred Dau und Kutiba Alahmad und andere mit. Ergänzt wird die diesjährige Inszenierung durch eindrucksvolle selbst gedrehte Videos außerhalb der Tanzschule.

Aufführungen sind am Mittwoch (21. Februar) um 15 Uhr und am Donnerstag (22. Februar) um 19.30 Uhr in der Tanzschule Röber in der Stegemannstraße in Parchim. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn.


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