Jagd : Gnade für den Mäusejäger

Fuchs auf der Mäusejagd
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Fuchs auf der Mäusejagd

Wegen Plage durch die Nager wurde nun ein begrenztes Jagdverbot auf den Fuchs verhängt.

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12. Januar 2016, 21:00 Uhr

Gute Zeiten für Meister Reineke in den Wäldern zwischen Plau am See, Parchim und Neustadt-Glewe. Der Fuchs wird geschont, um zu helfen, der Mäuseplage in den Wäldern Herr zu werden.

Deshalb hat Wolfgang Starke, Forstamtsleiter in Karbow, für seinen Zuständigkeitsbereich ein begrenztes Jagdverbot auf den Fuchs verhängt. Das bedeutetet: Bei Drückjagden in den vergangenen Monaten wurde nicht auf Reineke Fuchs gezielt.

Das Jagdverbot gilt nicht für Eigenjagden, sagt Starke. Und auch auf den Feldern und Wiesen darf der Rotfuchs weiter erlegt werden. Die Leute bräuchten also keine Angst zu haben um ihre Hühner und Enten, sagt der Forstmann.

In den Wäldern setzen die Förster indes ganz dringend auf den Fuchs als „biologischen Gegenspieler“ zu den Mäusen.

Die kleinen Nager haben sich im Sommer und Herbst stark vermehrt. Und sie richten großen Schaden an den Wurzeln von frisch gepflanzten Bäumen an. Besonders junge Buchen sind betroffen. „Wir haben Schäden erheblicher Art an den Aufforstungen“, sagt der Forstamtsleiter.

Zu den natürlichen Feinden der Mäuse zählen Greifvögel wie Eulen und Bussarde. Und insbesondere der Fuchs ist sehr aktiv bei der Jagd nach den kleinen Nagern. „Man kann ihn beim Mausen beobachten“, sagt Starke.

Die Mäuseplage lässt sich zwar auch durch ein Jagdverbot nicht bewältigen, so der Forstamtsleiter. Aber wenn einige hundert oder tausend Mäuse verschwinden, sei das schon von Vorteil.

Immer wieder gibt es ein Auf- und Abwärts beim Mäusebestand, erfuhr SVZ. In den letzten beiden Jahren nahm die Zahl der kleinen Nager in der Region deutlich zu. Eine Ursache für die jüngste Entwicklung war der viel zu milde Winter im vergangenen Jahr.

Dass es im Vorjahr keinen strengen Frost gegeben hatte, ist den Wäldern offenbar nicht so gut bekommen. „Wir sind als Forstleute froh“, wenn es einen strengen Winter gibt“, erklärt Wolfgang Starke. Anders als auf den Feldern, wo Kahlfröste zu Schäden für die Landwirtschaft führen, müsse man sich um den Wald keine Sorgen machen. Die Bäume können Frost bis minus 30 und 35 Grad vertragen, sagt der Forstmann. Es ist wichtig, dass die Gehölze zur Winterruhe kommen. Und frostige Temperaturen sorgen dafür, dass in der warmen Jahreszeit weniger Insekten und auch Mäuse Schaden anrichten können.

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