Ehrentag : Glückwünsche für Erzieherinnen

Nadine Wickborn (M.) erhält Glückwünsche zum Tag der Erzieher von Christian Brade, r.: Simone Gerds.
Nadine Wickborn (M.) erhält Glückwünsche zum Tag der Erzieher von Christian Brade, r.: Simone Gerds.

Am Tag der Kinderbetreuung wurde gestern in Parchim auch über Fachkräfte diskutiert

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16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Sonntag war der Ehrentag der Mütter, am Montag danach – also dieses Jahr am 15. Mai – der für die Erzieherinnen und Erzieher. Seit fünf Jahren wird unmittelbar nach dem Muttertag der Tag der Kinderbetreuung gefeiert, um die Aufmerksamkeit auf die zu lenken, die sich Tag für Tag für die Kinder engagieren. Gestern auch in Parchim. Christian Brade, Sprecher für Familien-, Kinder- und Jugendpolitik der SPD-Landtagsfraktion, kam mit einem Geschenkkorb zu Nadine Wickborn, Leiterin der Kindertagesstätte „Spielland – Anne Frank“ der Volkssolidarität in Parchim.

Der Ehrentag war auch Anlass für Gespräche darum, was in Sachen Kinderbetreuung drückt. Und das ist vor allem der Fachkräftemangel.

Viele Kindertagesstätten sind am Limit. Werdende Mütter kommen schon im vierten oder fünften Schwangerschaftsmonat, um ihr Kind anzumelden, und sind dann enttäuscht, dass es in anderthalb bis zwei Jahren keinen freien Platz gibt, erzählt Nadine Wickborn über ihre Kindertagesstätte. Das „Spielland – Anne Frank“ ist ausgebucht und kann erst für 2020 wieder Anmeldungen entgegennehmen. Es gibt deshalb auch Pläne, die Einrichtung zu erweitern.

„Wir brauchen aber Fachpersonal“, sagt Simone Gerds, stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisverbandes Parchim der Volkssolidarität und Zuständige für die Kindertagesstätten. Über neun Kitas verfügt der Kreisverband. Der Fachkräftemangel macht sich fast überall bemerkbar, gerade auch wenn Erzieherinnen in den Ruhestand gehen. Nur mit Hilfe von Assistenzkräften sei das hinzubekommen, erklärt Gerds. Sie hatte noch nie so wenig Bewerbungen auf dem Tisch wie derzeit. Im Moment könnte allein die Volkssolidarität sofort mindesten fünf bis sechs Erzieherinnen und Erzieher einstellen.

Laut den gestrigen Gesprächen hielt auch die Art der Ausbildung viele von dem Weg zum Erzieher ab: vier Jahre ohne Geld lernen. Stattdessen mussten künftige Erzieher an Privatschulen sogar Schulgeld zahlen.

Christian Brade sieht eine Chance in einer Gesetzesnovellierung. Ab diesem Jahr gibt es im Land die Ausbildung zur staatlich-geprüften Fachkraft für Kindertageseinrichtungen – in dualer Ausbildung über drei Jahre, mit Bindung an eine Kindereinrichtung und Lehrlingsentgelt. Man erhofft sich, dass die künftigen Erzieher gerade im ländlichen Raum auch früh eine Bindung zur örtlichen Kindertagesstätte aufbauen.


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