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Parchimer Zeitung

24. November 2017 | 23:27 Uhr

Parchim : Gleiche Schule, neuer Standort

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Goethe-Grundschule soll eines Tages in der Regimentsvorstadt angesiedelt werden.Kapazitätserweiterungen im Altbau nicht mehr möglich

von
erstellt am 23.Jul.2017 | 19:14 Uhr

Die Goethe-Grundschule in Parchim wird in naher Zukunft in die Regimentsvorstadt umziehen: Dort soll ein Ersatzneubau für die jetzige Schule errichtet werden.

Hintergrund: In dem altehrwürdigen Schulgebäude in der Wallallee fehlt es an allen Ecken und Enden an Platz. Dort haben unter einem Dach eine Grund- und eine weiterführende Schule ihr Domizil. Es mangelt zum Beispiel an Räumlichkeiten, um Deutsch als Zweitsprache unterrichten zu können. Schüler nehmen seit Jahren ihr Mittagessen unter eher provisorischen Bedingungen ein. Auch im Hort geht es mittlerweile sehr beengt zu. Doch die räumliche Kubatur biete keine Möglichkeiten mehr, um entsprechende Voraussetzungen zum Beispiel für die Ganztagspädagogik oder gemeinsamen Unterricht zu schaffen.

Bei der Stadt hat man diese Situation schon seit langem im Focus. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Doch an Ort und Stelle lässt sich das nicht realisieren“, begründet der für das Ressort Schulen zuständige Fachbereichsleiter Dirk Johannisson. Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht, wie ein Blick auf die Schülerprognosen verrät. Nach dem Geburtenknick in der Nachwendezeit ist die Zahl der neu geborenen Erdenbürger in Parchim in den zurückliegenden Jahren wieder nach oben gegangen. Die Zahl der Abc-Schützen hat sich seit dem Schuljahr 2010/11 auf eine relativ konstante Größe von um die 140 eingepegelt. Für das Schuljahr 2022/23 werden etwa 130 Erstklässler in der Kreisstadt erwartet. Damit wird am Bestand der drei Grundschulen in Parchim nicht gerüttelt. Während vor sieben Jahren fast 450 Grundschüler eine Regelklasse besuchten, werden es im Jahr 2022/23 nach vorsichtigen Schätzungen etwa 550 Kinder sein, die dann später in eine weiterführende Schule wechseln. Diese stehen in der Zukunft ohnehin vor noch mehr Herausforderungen: Stichwort: inklusiver Unterricht, Vertiefung der Ganztagsangebote. Durchschnittlich 1,60 Quadratmeter Platz stehen heute jedem Schüler in der denkmalgeschützten Bausubstanz in der Wallallee zur Verfügung: „Das ist am wenigsten im Vergleich zu den anderen Schulen“, verdeutlicht Dirk Johannisson. Fazit: Zusätzliche Kapazitäten im vorhandenen Schulkomplex lassen sich nur schaffen, wenn ein Ersatzstandort für eine der beiden Goetheschulen gefunden wird. In Abstimmung mit dem Landkreis soll das für die Grundschule geschehen. Dirk Johannisson stellt klar: „Wir bauen keine zusätzliche Schule in Parchim, es ist ein Ersatzneubau.“

Mit der Standortwahl in der Regimentsvorstadt wolle man zudem Möglichkeiten schaffen, Schülerströme besser zu gestalten. Eine Schule in diesem Gebiet sei auch von der Weststadt gut zu erreichen, begründet die Stadt.

Bei der öffentlichen Vorstellung des inzwischen beschlossenen Masterplanes für die Regimentsvorstadt (SVZ berichtete) warfen diese Pläne aber auch Fragen auf: Ein Parchimer wollte wissen, warum man die Schule nicht in der Oststadt errichten könne. Im Rathaus argumentiert man, dass die Oststadt nicht der kinderreichste Stadtteil sei und im Vergleich zu anderen Stadtteilen hier weniger junge Leute wohnen. Fluch der Entwicklung: Hätte man vor 20 Jahren gewusst, wohin die Entwicklung geht, wäre die Weststadtschule damals wohl sicher nicht abgerissen worden.

Für den Schulkomplex, der in der Nähe des Hauses der Jugend angesiedelt werden soll, ist laut Masterplan ein Areal von etwa 1,2 Hektar vorgesehen. Die Stadt hält sich damit auch die Option vor, hier eines Tages einen Hort, eine Kita und eine Turnhalle errichten zu können. Einen Zeitstrahl, wann die Goethe-Grundschule in die Regimentsvorstadt umverlegt wird, gibt es noch nicht. Baurecht, Finanzierung etc... Da ist erst noch vieles auf den Weg zu bringen.

 

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