Kommunalpolitik Parchim : Giebelhauspläne: Bürger in Rage

Der Erhalt des Giebelhauses liegt den Parchimern sehr am Herzen.
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Der Erhalt des Giebelhauses liegt den Parchimern sehr am Herzen.

Facebook-Fans der Parchimer Zeitung mischen sich ein / Statt kooperativem Bürgerbüro werden Alternativen ins Gespräch gebracht

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20. November 2014, 14:24 Uhr

Das Giebelhaus an der Stirnseite des Alten Marktes ist für die Kreisstädter etwas Besonderes. Schon vor der Wende kam das Haus als erstes Gebäude der Eldestadt auf die Kreisdenkmalliste. Ein Schild weist noch heute darauf hin.

Immer wieder gab es in den zurückliegenden Jahren Bemühungen, den Verfall zu stoppen und eine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit zu suchen. Der jüngste Vorstoß, hier ein Kooperatives Bürgerbüro als gemeinsame Anlaufstelle des Landkreises und der Stadt zu etablieren, löst allerdings nicht nur Vorfreude, sondern vor allem Kopfschütteln und sogar Widerstand aus. Ausgangspunkt sind Entwürfe einer Ideenwerkstatt, die im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeitet wurden und zur Meinungsbildung in der Stadtvertretung dienen sollen.

Vertreter aller Parteien sprechen sich schon vor der Abstimmung in der Stadtvertreterversammlung gegen das Vorhaben aus, mit einem Kooperativen Bürgerbüro ein Verwaltungsprojekt, dass unkalkulierbare Kosten in Höhe mehrerer Millionen Euro verursachen würde, im das Giebelhaus zu etablieren. Facebook-Fans der Parchimer Zeitung nehmen kein Blatt vor den Mund. „ Meiner Meinung nach müsste da etwas rein, was die Wirtschaft und das Kaufverhalten ankurbelt und nicht noch mehr Verwaltung! Was wollen die denn noch alles verwalten?“, fragt sich Juana Kunde. Eine anderer Facbook-Fan macht sich ähnliche Gedanken: „Und was haben bitte die Parchimer davon? Nichts! Schön wäre, wenn das Giebelhaus erhalten bleibt und restauriert wird. Aber bitte doch nicht für ein weiteres Verwaltungsprojekt! Es ging doch bis jetzt auch ohne. Nutzt die Millionen, um der Wirtschaft entgegen zukommen! Und, wenn man bedenkt, das wären drei Verwaltungsgebäude auf 500 Metern“.

Bei Fahrrad-Fricke macht man sich ebenfalls Sorgen: „Das Giebelhaus muss auf jeden Fall saniert werden. Aber ein Bürgerbüro mit Zulassungsstelle? Wo sollen die vielen Bürger parken? Was passiert mit dem Leerstand im Landratsamt? Das Giebelhaus wäre eine Chance, dort altes Handwerk anzusiedeln. Wir waren schließlich früher Stadt der Tuchmacher“. Seffi Schröder hat ebenfalls einen Vorschlag parat: „Wie wäre es mit einem schicken Tourismuszentrum, in dem sich die verschiedensten Anbieter konzentrieren wie z.B. die Lewitzranger mit ihren Touren, Kanu- und Bootsverleiher , ein Radfahrertreff zum Routen planen oder eine Touristenanlaufstelle für Gäste, die die Stadt erkunden wollen“.

Steffi Timmermann kann dem Plan vom neuen Bürgerbüro durchaus Gutes abgewinnen: „Wenn dadurch neue Jobs in der Verwaltung entstehen, bin ich extrem dafür! Vielleicht schaffe ich es dann endlich, nicht mehr fahren zu müssen“. „Richtet doch Parchim nicht noch mehr zugrunde! Das braucht kein Mensch, um die Stadt attraktiv zu machen“, meint Sven Klinner. Tobias Radde erinnert daran: „Die Arge (gegenüber vom Landratsamt/d.Red.) steht doch auch noch leer und wenn es so weiter geht, womöglich bald auch das Gericht“.

Peter Stockhaus schreibt bei facebook: „Sie können das Haus gerne modernisieren, aber dann sollten die Ämter, die nach Ludwigslust verlegt wurden, wieder nach Parchim zurück kommen. Dafür wäre dann genug Platz“. Juliane Brendler meint: „Genau so etwas hat Parchim noch gefehlt!“ Philipp Dringler schreibt: „Ich bin auch dafür, wenn Verwaltung, dann doch bitte mehr Verwaltung für den gesamten Landkreis in unserer Kreisstadt(!). Das sollte räumlich dann doch machbar sein. Der Winterschlaf muss langsam aus Parchim verschwinden...“.

Einig sind sich fast alle: Das Giebelhaus gehört zum Stadtbild und muss erhalten bleiben. Tobbias Radde bringt es auf den Punkt: „Auf jeden Fall muss etwas passieren, so kann es nicht bleiben... Sonst endet das Giebelhaus wie die alte Börse“.

Die Stadtvertreter wollen in ihrer Dezembersitzung die Weichen für das Giebelhaus und das angrenzende Quartier Marstall neu stellen. Jetzt müssen schnell kreative Ideen auf den Tisch, wie aus einer maroden denkmalgeschützten Immobilie wieder ein Haus wird, dass die Parchimer annehmen und das mit öffentlichen und womöglich privaten Geldern finanzierbar ist.

Facebook-Seite der Parchimer Lokalredaktion
 

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