zur Navigation springen

Stadtentwicklung : Giebelhaus aus dem Schlaf erweckt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Wobau Parchim saniert als Eigentümerin historisches Haus. Lewitzwerkstätten künftiger Mieter. Arbeiten beginnen im Herbst

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 16:21 Uhr

Prachtvoll blühende roten Rosen arbeiten sich langsam an der Fassade des denkmalgeschützten Giebelhauses langsam in die Höhe. Für viele Parchimer und Gäste der Stadt allerdings nur ein kleiner Trost angesichts des offensichtlichen Niedergangs des die Stadt in besonderer Weise prägenden Gebäudes aus dem Jahre 1604. Schon Mitte der 1990er Jahre war das Giebelhaus in einen Dornröschenschlaf gefallen. Vis-a-vis im ehrwürdigen Rathaus machte sich zunehmend Ratlosigkeit breit. Kein tragfähiges Konzept für die Nutzung und nicht genügend Geld für die Sanierung waren viele Jahre die Hauptgründe.

Und nun die 360-Grad-Wende. Morgen trifft sich zum ersten Mal eine Projektgruppe mit Vertretern der Stadt, des Architektenbüros MKK aus Schwerin, der Wobau Parchim und der Lewitzwerkstätten gGmbH, um vor der bevorstehenden Sanierung Schritt für Schritt konstruktiv zu begleiten. „Es ist wohl das schwierigste Projekt, dass die Wobau bisher realisiert hat“, meint Geschäftsführerin Gerda Behrend. Seit wenigen Monaten ist die Wobau Eigentümer des Giebelhauses und angrenzender Gebäude und Grundstücke. Und auch die künftigen Mieter stehen bereits fest. „Wir freuen uns schon auf den Einzug im Januar 2020“, so Marko Schirrmeister, Chef der Lewitzwerkstätten. Das gemeinnützige Unternehmen wird hier eine öffentliche Beratungsstelle der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, eine Tagesstätte, eine psychosoziale Wohngruppe für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen und ein Wohnheim für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen etablieren. „Behinderte Menschen können so mitten in der Gesellschaft leben und betreut werden. Die Lewitzwerkstätten machen es in unserer Stadt beispielhaft vor, wie Inklusion im Alltag aussehen kann“, freut sich Bürgermeister Dirk Flörke (CDU). Rund 50 behinderte Menschen werden von der Sanierung des Giebelhauses profitieren.

Schon in vier Monaten rücken Handwerker an, werden mit dem Abbruch und der Holzsanierung im Inneren beginnen. Zu den 120 000 Euro Kaufkosten werden geschätzte Sanierungskosten von knapp vier Millionen hinzukommen. Das Land hat 1,8 Millionen Euro aus der Städtebauförderung zugesagt. „Die Umbauarbeiten sind eine große Herausforderung“, ist sich Bauamtsleiter Frank Schmidt sicher. „Mit Überraschungen ist zu rechnen.“ So wie der seltene Steinfußboden aus dem Spätmittelalter im Obergeschoss ist vieles erhaltenswert.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen