Kripo warnt vor Online Abzocke : Gewinnspielbetrüger auf dem Vormarsch

Wenn im Internet der schnelle Euro winkt, haben oft Kriminelle ihre Finger im Spiel.
Wenn im Internet der schnelle Euro winkt, haben oft Kriminelle ihre Finger im Spiel.

36-Jährige Frau aus dem Raum Ludwigslust wäre fast Opfer einer Online-Abzocke mit Abo-Falle geworden. Anzeige bei der Polizei ist bereits erstattet, die Kripo ermittelt jetzt.

svz.de von
14. September 2015, 06:30 Uhr

„Die Maschen der Betrüger im Internet werden immer dreister, die Kriminellen lassen sich immer neue Tricks einfallen, um andere Menschen im Internet übers Ohr zu hauen“, meint Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. Von der Telefon-Abzocke mit Abo-Fallen über den Enkeltrick bis hin zu Phishing-Mails und Gewinnspielversprechen - die Liste der Online-Fallen ist lang und nicht immer stehen nur ältere Menschen im Fadenkreuz der im weltweiten Netz agierenden Verbrecher.

 „Alle ein, zwei Wochen erreichen uns Mitteilungen über derlei Betrugsfälle. Aber es werden bei weitem nicht alle Online-Betrügereien angezeigt, die Dunkelziffer wird höher liegen“, so Klaus Wiechmann. „Die Trickbetrüger sind sehr facettenreich geworden“, so der Leiter der Polizeihauptreviers Ludwigslust Gilbert Küchler im Gespräch mit der SVZ. „Sie stellen häufig einen Gewinn in Aussicht, der irgendwo liegt, für den bestimmte Bedingungen zu erfüllen sind und im Vorwege Geld zu überweisen ist“, ergänzt der Revierleiter und schildert einen aktuellen Fall. „Eine 36-ährige Frau aus Ludwigslust erhielt eine SMS auf ihr Handy, in der ihr mitgeteilt wurde, dass sie Glück bei der Ziehung von Amazon gehabt und 500 Euro gewonnen hätte.“ Immer mehr ist zu beobachten, dass Betrüger bei ihrem kriminellen Vorgehen namhafte Firmen und Unternehmen für ihre Taten missbrauchen.

„Die Frau beteiligt sich eigentlich nicht an solchen Aktionen oder Gewinnspielen, aber da der Name Amazon fiel, glaubte sie, dass die Sache seriös sei und hat dann auf den entsprechenden Link geklickt.“ Dann wurde sie auf eine Stelle weitergeleitet, wo sie einen Fragenkatalog ausfüllen sollte, in denen es um persönliche Daten und ihr Lebensumfeld ging. Als sie alles beantwortet und abgeschickt hatte, bekam sie eine Bestätigungsmail. Drei Wochen später erhielt sie eine Gewinnbenachrichtigung, einen Tag darauf gab es einen Anruf von einer Online-Aktionsgesellschaft. Die Frau am Telefon teilte ihr mit, dass sie nicht nur 500 Euro, sondern auch noch einen Reisegutschein für zwei Personen über 800 Euro gewonnen hätte. „Die Frau wirkte leicht nervös, war freudig überrascht und hatte angebissen“, ergänzte Gilbert Küchler. „Dann ließ sich die 36-Jährige auf ein längeres Gespräch am Telefon ein, in der ihr gesagt wurde, dass aber eine Gewinnsteuer fällig würde, um die 500 Euro zu bekommen. Aber das könne man umgehen, wenn man einen Sponsor findet, der diese Gebühr zur Verfügung stellen würde.

Ihr wurde dann ein Zeitschriften-Abo angeboten, und die Frau entschied sich für eine TV-Zeitschrift für halbjährlich 60 Euro.“ Nach der 2. Rate für das TV-Zeitschriften-Abo sollte dann der Gewinn überwiesen werden, die Geschädigte gab ihre Kontodaten bei der Anruferin an. Nach dem fast halbstündigen Gespräch informierte die Anruferin die Frau, dass es demnächst nochmal einen Anruf geben würde, um die Daten abzugleichen. Und so war es dann auch: Ein Mann einer Agentur mit Hamburger Vorwahl war dran, sein Deutsch war nicht das beste und so kam der 36-Jährigen die Geschichte komisch vor. Sie rief dann bei der Frau von der Gewinnspielzentrale zurück - aber die Nummer war nicht vergeben. „Daraufhin recherchierte die Frau im Internet selbst und stieß dann auf ein Portal, auf dem unter anderem auch vor dieser Gewinnspielmasche gewarnt wird“, so Gilbert Küchler. „Hier handelt es sich eindeutig um eine Abo-Falle, eine Gewinnspielauszahlung ist nicht zu erwarten.“ Die junge Frau erstattete Anzeige, die Kripo ermittelt nun in dieser Sache. Anzumerken ist noch, dass die 36-Jährige auch danach noch weitere Anrufe von Anbietern anderer Gewinnspiele erhielt und diese sie ebenfalls im Internet abzocken wollten. Also: Aufpassen und sich nicht ködern lassen.

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