Parchimer Club : Gewienert für letzte Flame-Party

Großes Saubermachen für die letzte Party im Flame: Veranstalter Stephan Rauchfuss (3. v. r.) hatte mit Marco, Anna, Florian, Basti, Kelly, und Max tolle Helfer an seiner Seite.
Großes Saubermachen für die letzte Party im Flame: Veranstalter Stephan Rauchfuss (3. v. r.) hatte mit Marco, Anna, Florian, Basti, Kelly, und Max tolle Helfer an seiner Seite.

Bevor im legendären Parchimer Club der Vorhang für immer fällt: Stephan Rauchfuss lädt am 26. Mai in die ehrwürdigen Hallen ein.

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14. Mai 2018, 12:00 Uhr

Die Maisonne prallte am Wochenende mit voller Inbrunst auf den Planeten herab. Doch davon bekam Stephan Rauchfuss am Sonnabend nicht allzuviel mit. Der Parchimer verschanzte sich stundenlang mit Wischeimer, Feudel und anderen Reinigungsutensilien im Flame. Das ist jener früher einmal angesagte Partytempel am Rande der Kreisstadt, in dem bis vor einigen Jahren an den Wochenenden regelmäßig der Bär steppte. Und das soll er nun noch einmal am 26. Mai: Ab 22 Uhr richtet Stephan Rauchfuss eine Party in dem Gemäuer aus, das zu DDR-Zeiten mal ein Heizkraftwerk war und nach der Wende zum Mekka der Nachtschwärmer wurde.

Vor dem Saubermachen graute den Veranstalter am meisten und das aus gutem Grund: „Leerstand und Zeit ohne Pflege haben unübersehbare Spuren hinterlassen. Es gab viele Schäden. Ich war echt schockiert, als ich das ganze Ausmaß mal bei Tageslicht gesehen habe“, gesteht Stephan Rauchfuss. Zum Glück konnte er sich zu hundert Prozent auf gute Freunde und Bekannte verlassen: Eine gut zehnköpfige Putzkolonne sowie die Scheuer- und Saugmaschine leisteten Sonnabend etwa zwölf Stunden lang ganze Arbeit.

Noch vor etwa zehn Wochen hätte sich der Parchimer nicht träumen lassen, dass er in ein so gewaltiges Projekt hineingeraten könnte. Es war eher eine „Schnapsidee“, als er zufällig den Besitzer der Immobilie traf und mit ihm ins Gespräch kam. Für beide Seiten steht unwiderruflich fest: Es wird die ultimativ letzte Party in den ehrwürdigen Hallen sein. Fragen an Stephan Rauchfuss, was danach mit dem Gebäude passiert, sind zwecklos: Er konnte es selbst auch nicht in Erfahrung bringen. Den „Last Call“ möchte er als Event für Jung und Alt aufziehen. Stephan Rauchfuss ist sich sicher: Mit Elektro im großen Floor, Hits aus den 80er und 90er Jahren in der Oldiebar, Blackmusic und Charts dürfte für jeden was dabei sein. Die Deko auf dem Goafloor kommt von den kreativen Machern, die drei Jahre lang im Advent mit der L.U.D.A für ein einzigartiges Lichtspektakel in der Eldestadt gesorgt haben.

Der sehr erfreulich angelaufene Kartenvorverkauf stimmt Stephan Rauchfuss optimistisch und entschädigt ihn schon jetzt für den organisatorischen Aufwand. Größtes Risiko: „Ich habe nie wirklich eine Ahnung gehabt, wie das angenommen wird“, gesteht der Veranstalter, der seine Brötchen als Marketingmanager im Parchimer Kino Movie Star verdient sowie im dritten Jahr die Coffee & Cocktailbar „Watergate“ mit 55 Außenplätzen betreibt. Da ist die Zeit zum Regenerieren in diesen Tagen noch schmaler bemessen. „Doch es ist auch eine unglaubliche Vorfreude da“, fiebert Stephan Rauchfuss dem 26. Mai entgegen. Das Datum lässt natürlich auch die Erinnerungen an seine eigenen Flamezeiten unter der bis 2010 andauernden Ära von Thomas Werner aufflammen. Der damalige Betreiber entwickelte das Flame zum angesagtesten Club weit und breit. „Ich war von Anfang bis Ende dabei gewesen. Es war immer gepflegt und die Akustik war für mich der Hammer“, erinnert sich der heute 35-Jährige. Ganz besonders freut sich Stephan Rauchfuss, dass am 26. Mai die Originaltechnik der großen Disco mit der Spezial-Soundanlage inclusive Laser zum Einsatz kommt. „Der erste Lichtcheck sorgte schon für Gänsehautstimmung pur“, gesteht der Partyveranstalter. Bevor nun definitiv der letzte Vorhang im Cub fällt, hat Stephan Rauchfuss folgendes Motto für den Abend ausgerufen: „Wir möchten versuchen, das Flame in einer guten Erinnerung in euren Köpfen zu hinterlassen. Feiert gemeinsam mit uns den Abschied, den diese Location verdient hat.“

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