Agrarvereinigung : Generationswechsel in Plauerhagen

Landleben: Das kleine Mädchen Amy hat auf einem Bauernhof in Siebversdorf ein Huhn im Arm. Beim Brandenburger Landurlaub können Familien mit Kindern, Paare oder Singles unterschiedlichste Angebote nutzen.
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Landleben: Das kleine Mädchen Amy hat auf einem Bauernhof in Siebversdorf ein Huhn im Arm. Beim Brandenburger Landurlaub können Familien mit Kindern, Paare oder Singles unterschiedlichste Angebote nutzen.

Agrarvereinigung e.G. strukturiert personell um, um den Betrieb in den kommenden Jahren deutlich zu verjüngen – auch an den Schaltstellen

svz.de von
12. Dezember 2013, 00:36 Uhr

„Christian Schwager“ steht auf dem Schild links neben der Bürotür. Dass hier der Chef oder besser der geschäftsführende Vorstandsvorsitzender der Agrarvereinigung MiFeMa e.G. Plauerhagen sitzt, steht da nicht. Irgendwann kommt das vielleicht. Momentan jedoch ist das dem 29-Jährigen nicht wichtig. Der junge Mann, dessen Liebe zur Landwirtschaft schon in früher Kindheit im Betrieb seines Vaters keimte, kniet sich viel lieber in seinen Job: Die Haltung von derzeit 500 Milchkühen, die durchschnittlich etwa 9500 Liter Milch/Jahr geben, dessen Nachzucht sowie die Bewirtschaftung von 2100 Hektar Nutzfläche. Etwa zur Hälfte macht die Grünland aus, der Rest ist Acker, auf dem Silomais, Getreide und Raps angebaut werden. Ferkel hält die Agrargemeinschaft hingegen schon seit Anfang der 2000er Jahre nicht mehr.

Das war lange vor Christian Schwagers Zeit bei der e.G. Der Lalchower kam nach seinem Agrarökologie-Studium, das er 2010 an der Uni Rostock mit dem Master of Science abschloss, im Juli 2011 in den Betrieb. Den Vorvertrag mit MiFeMa schon als Student unterzeichnet, Praktika in der Tasche und ein Überbrückungsjahr in Karow hinter sich übernahm er im Zuge der angestrebten personellen Verjüngung des Unternehmens als Leiter den Bereich Pflanzenbau. „Bis Januar 2013 wurde ich eingearbeitet, danach agierte ich eigenverantwortlich“, erklärt Christian Schwager. Früh wusste er, dass der geplante Generationswechsel in der Genossenschaft vorsah, ihn perspektivisch als neuen Geschäftsführer aufzubauen. Und er freute sich auf die neue Herausforderung. Als im März diesen Jahres Lutz Reinhard, sein früherer Chef, plötzlich verstarb, kam der Wechsel ad hoc. „Am Anfang war das Wasser ganz schön kalt“, sagt Schwager. „Doch die Arbeit macht mir Spaß, und was ganz wichtig ist, alle unsere Mitarbeiter ziehen mit.“ Ca. 30 sind es derzeit, dazu eine handvoll Lehrlinge, die in Plauerhagen Landwirt bzw. Tierwirt lernen oder – was heutzutage nicht viele Betriebe anbieten – eine Fachwerkerausbildung absolvieren.

Während die Feldarbeit momentan kein Thema ist, laufen die Arbeiten an der nagelneuen 170-kW-Biogasanlage, deren Abwärme zur Warmwasserbereitung beim Melkprozess genutzt werden soll, bei milden Temperaturen auf Hochtouren. Eine reine Gülleanlage wird es, die die Plauerhagener ausschließlich mit Gülle aus den eigenen Ställen bestücken werden. „Ursprünglich wollten wir mit der Anlage schon in diesem Jahr ans Netz, doch es wird definitiv Frühjahr werden“, sagt Schwager.

Mit einer anderen großen Investition sind die Plauerhagener in Gedanken schon in 2014. „Wir wollen einen neuen Reproduktionsstall mit 60 bis 80 Abkalbplätzen bauen“, kündigt der Vorstandsvorsitzende an. Die alte Abkalbstation entspreche nicht mehr heutigen Standards, es müsse dringend investiert werden. „Mit der Fertigstellung rechnen wir im August/September“, sagt Christian Schwager, „und dann werden wir unseren Milchkuhbestand auf etwa 650 erweitern.“

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