Wir in Friedrichsruhe : Thüringer trifft auf Bannys Spezial

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Der Treff in Friedrichsruhe mit dem Charme des guten alten Tante-Emma-Ladens

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02. November 2015, 16:08 Uhr

Was wäre Friedrichsruhe ohne die „Thüringer“-Schilder an der B 321? Es wäre um den Kult-Treff mitten in der Gemeinde ärmer. Denn die berühmte Wurst (übrigens 100 Prozent aus Thüringen) gibt es dort, mitsamt Bannys Spezialsoße nach Geheimrezept. Wer aber ist Banny? Der Mann für alles heißt Ronald Banner und betreibt Bannys Markt – Imbiss und Pension als Familienbetrieb in zweiter Generation. Ursprünglich 1990 als Getränkehandel gegründet, gibt es hier alles, was man im Dorf so braucht: Brötchen, Bratwurst, Bier, Briefmarken, Obst, Zeitungen und sogar Autogas.

Mitsamt Wurst und Spezialsoße ist Banny – und damit Friedrichsruhe – sogar im „Fritten-Humboldt“ verewigt, einem Gastroführer von Jon Flemming Olsen, dem TV-Imbisswirt aus der legendären Fernsehserie „Ditsche – Das wirkliche wahre Leben“. Kult ist auch, die Wurst draußen zu essen.

Dabei begann alles ganz klein direkt in der Wendezeit. Mutter Rosemarie und Vater Alfred Banner nutzten ihre Garage an der Hauptstraße, richteten dort einen Getränkemarkt ein. Der heute 53-Jährige Ronald übernahm 1997 das Geschäft von den Eltern. Schräg gegenüber befand sich die alte Schule, die zuletzt von den Lewitz-Werkstätten genutzt wurde. Als diese nach Parchim zogen, stand das Gebäude 1999 leer. Ronald Banner nutzte die Chance, kaufte und begann den Umbau. Seitdem geht es Schritt für Schritt weiter. Sylvia Siegfried ist eine von drei Angestellten und kocht richtige Hausmannskost-Tagesgerichte, die von den Einheimischen und Durchreisenden geschätzt werden. Im nächsten Jahr wird der Thüringer-Stand massiver ausgebaut.

Banny macht das kaum zu überschauende Angebot Spaß, weil „es angenommen wird“. Dafür muss der Geschäftsmann immer in Bewegung sein, der Laden allein würde das Unternehmen nicht tragen. Zu gering sind die Verdienstspannen in der Lebensmittelbranche, zu schlecht die Konditionen für kleine Geschäfte. Ronald Banner lässt nicht anliefern, er holt die Ware selbst beim Großmarkt ab, das spart: „Das gebe ich an die Kunden weiter, da geht es um jeden Euro.“ Bannys Markt ist unter der Woche von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet. Pension und Imbiss fordern den Friedrichsruher 364 Tage im Jahr. „Wer dabei auf die Uhr schaut, hat verloren“, sagt Ronald Banner. Und: „Ich danke meiner Lebensgefährtin Andrea, meinen Eltern und Schwiegereltern. Sie helfen mir so viel.“ Wenn dann einer der seltenen Momente kommt, in denen gerade kein Mensch im Laden ist, „dann ist es schon komisch“, erzählt Banny. Oft kommt das allerdings nicht vor. Das sieht jeder, der durch Friedrichsruhe fährt – dem Dorf mit dem lebendigsten Treff an der B 321...

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