Wir am Lewitzrand : Stets auf Achse, doch in Raduhn zu Hause

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Schausteller Wolfgang Harndt zog es 1997 an den Lewitzrand

svz.de von
24. November 2015, 09:14 Uhr

Als der 750. Geburtstag von Raduhn und der 400. Geburtstag von Rusch im Doppelpack gefeiert wurde, war das die Gelegenheit für Wolfgang Harndt, sich beim Dorf zu revanchieren. Sein Kinderkarussell drehte sich nonstop. Der Schausteller spendierte sogar das Feuerwerk für eine Jahrfeier nach Maß, an die sich die Bewohner vom Lewitzrand auch 15 Monate später noch gern zurückerinnern.

Bürgermeister Wolfgang Hilpert weiß nur zu gut, was er an den Gewerbetreibenden in seiner Gemeinde hat. „Wir können immer auf ihre Unterstützung zählen, ob mit Tatkraft oder als Sponsor“, weiß er das gute Miteinander mit den in der Gemeinde Lewitzrand ansässigen Firmen sehr zu schätzen. Wolfgang Harndt ist seit 1997 Raduhner. Nachdem er schon ein Winterquartier für seine Technik hier im Dorf hatte, entschloss er sich leichten Herzens für den vollständigen Umzug von Parchim nach Raduhn. Er fühlt sich wohl und angenommen im Dorf, obwohl er berufsbedingt durchschnittlich neun Monate so gut wie nicht zuhause sein kann.

Als Schausteller ist der 54-Jährige von Ostern bis Weihnachten ständig auf Achse. Vor einer Woche noch stand er das 24. Mal auf dem Parchimer Martinimarkt. Nachdem sich am Abend die Pforten schlossen, ging es noch in der Nacht weiter nach Grabow. An jedem Adventswochenende wird er wieder auf einem Platz stehen und hoffen, dass Petrus ihm und allen anderen Vertretern seiner Zunft wohl gesonnen bleibt. Unwetter sind der größte Feind eines Schaustellers.

Wolfgang Harndt kann sich kein anderes Leben vorstellen: Schon als Schüler half der gebürtige Parchimer bei einem Schausteller aus der Nachbarschaft als Karteneinsammler aus. 1991 stand der gelernte Maurer dann vor der Entscheidung, wie es beruflichen weiter gehen soll. Er entschied sich für die Selbstständigkeit, meldete zum 1. 9. 1991 sein Gewerbe an, zunächst mit einem Kinderkarussell, Baujahr 1927. Zwei Jahre später nahm er noch das Ballwerfen ins Programm auf. Er würde sich wieder so entscheiden, macht es ihm nichts aus, heute mal hier, morgen schon dort zu sein. „Wir sind ein fahrendes Dorf, wie eine Familie“, findet er. Der Lohn für seine Arbeit sind strahlende Kinderaugen. Und der Ruhepol nach hektischen Wochen ist Raduhn, wo er gleich neben der Kirche, sozusagen mitten im Dorf, wohnt.

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