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Wir in Suckow : Bäckermeister in vierter Generation

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Ulrich Lemke führt Betrieb mit acht Mitarbeitern und engagiert sich ehrenamtlich

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 11:24 Uhr

„Ich bin eigentlich kein Frühaufsteher“, sagt Ulrich Lemke. Dennoch ist für den Suckower die Nacht um ein oder zwei Uhr vorbei. Dann geht es in die Backstube. Der 51-Jährige betreibt in vierter Generation die Bäckerei in Suckow. Sein Urgroßvater Wilhelm hatte eigentlich Maurer gelernt, dann aber die Bäckerei übernommen. Dessen Nachkommen führten den Betrieb weiter.

Viele Bäcker in der Umgebung haben zwischenzeitlich aufgegeben, weil sie keinen Nachfolger gefunden haben, bedauert Ulrich Lemke. Und er befürchtet, dass es auch ihm, den Vater von zwei Töchtern im Alter von 16 und 13 Jahren, einmal so geht.

Für den Suckower selbst stand zeitweise auch der Bäckerberuf auf der Kippe. Als eine Mehlallergie festgestellt wurde. Doch die habe er mit Medikamenten im Griff, erfahren wir von dem Bäckermeister.

Nach der Wende gab es eine schwierige Zeit für den Bäcker auf dem Dorf. „Die Leute haben abgepackte Brote gekauft“, erinnert sich Ulrich Lemke. So brach der Absatz ein. Zusammen mit seinem Vater war er damals im Lada-Kombi über Land gefahren, um Brot, Brötchen und Kuchen zu den Kunden zu bringen.

„Die Verkaufswagen bringen den meisten Umsatz“, sagt der Bäcker auch heute. Er bietet seine Waren nicht nur in seinem Geschäft in Suckow an, sondern mit den Wagen in verschiedenen Dörfern in Mecklenburg und Brandenburg. Acht Menschen beschert das Arbeit – vier in der Backstube, vier im Verkauf.

„Man muss besondere Produkte bringen“, ist sich der Suckower Bäckermeister angesichts des Wettbewerbs mit großen Anbietern und Discountern bewusst. Brot, Brötchen und Kuchen bis vor die Haustür zu bringen, das zeichne eine Bäckerei gegenüber dem Supermarkt aus, so Ulrich Lemke. Und was die Verarbeitung angeht, erklärt er: „Wir machen wirklich alles selbst.“ Dazu gehört es auch, jeden Abend Natursauerteig herzustellen. Gebacken wird nach alten Rezepten - beispielsweise Schwarz- und Mischbrot. Auch Blechkuchen und Schnecken gibt es wie früher. Seit den 1980er Jahren ist es beispielsweise auch Tradition, dass es alljährlich zur Karnevalszeit Heißwecken gibt. Wobei der Suckower Bäcker auch neue Trends berücksichtigt. Maisbrötchen seien der Renner, sagt er. Und Produkte mit Chia sind gefragt. Der Trend gehe seit der Wende zu dunklen Produkten.

Obgleich die Backstube ihm eine Menge abverlangt, ist Ulrich Lemke seit 1999 Mitglied der Gemeindevertretung. „Ich nehme mir die Zeit dafür“, erklärt der Mann, der den Finanzausschuss der Gemeinde leitet und sich auch im Kirchengemeinderat engagiert. „Man möchte schon etwas mitgestalten.“ Ihm liege das Wohl der Gemeinde am Herzen.

Ganz toll fand er, wie sich junge Eltern im Dorf beim Bau des Spielplatzes eingesetzt haben.

Bürgermeister Jürgen Kühl berichtet, dass Ulrich Lemke die Bepflanzung des Areals um den neuen Spielplatz organisiert hat. „Er engagiert sich in der Gemeinde.“

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