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Parchimer Zeitung

13. Dezember 2017 | 19:43 Uhr

Mestlin : Gemeinde hat den ersten Ehrenbürger

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinde überraschte ihren Ortschronisten Günther Peters zum 90. Geburtstag mit der Ehrenbürgerschaft

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Der langjährige Ortschronist von Mestlin Günther Peters wurde gestern offiziell zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Es war eine Überraschung, wie sie besser nicht hätte stattfinden können. Der Jubilar Günther Peters und seine Frau Irmgard luden gestern anlässlich ihrer beider 90. Geburtstage zu einem offiziellen Empfang. Unter den Gästen war auch Bürgermeister Uwe Schultze, der mit einer ganz besonderen Überraschung gekommen war – wovon Jubilar Günther Peters aber nichts ahnte.

Nach ein paar einleitenden offiziellen Worten des Jubilars würdigte der Bürgermeister das Wirken des Mestliner Einwohners, der sich vor allem in den vergangenen 22 Jahren als Ortschronist Verdienste erwarb. Unter dem Beifall der Gäste überreichte er Günther Peters die Ehrenurkunde, der angesichts dieser Überraschung seine Rührung kaum verbergen konnte.

Günther Peters ist vielen Bürgern im Lande bekannt, war er doch an der Schule in dem Storchendorf als Chemielehrer tätig und begann seine pädagogische Laufbahn im Jahr 1951. Unzähligen Mädchen und Jungen erklärte er die chemischen Formeln und war stets ein beliebter Lehrer, was bei so manchen späteren Klassentreffen seitens der einstigen Schüler immer betont wurde.

Nach dem Motto ‚Rentner haben niemals Zeit‘, suchte er nach dem aktiven Schuldienst nach einer neuen Beschäftigung und fand diese in der Funktion als Ortschronist. Zum einen war da das Interesse, das Erlebte aufzuschreiben und für die Nachwelt zu erhalten. Er sammelte Zeitungsartikel, fotografierte selber bei Ereignissen und befragte viele Einwohner nach ihren Erlebnissen. Doch es war keine reine „Aufschreibeaktion“, sondern schon sehr wissenschaftlich, wie Günther Peters diese Arbeit anging. Immer wieder war er Gast im Kreis- und Landesarchiv und durchstöberte dort alte Bücher, Urkunden sowie andere Unterlagen nach Verweisen auf Mestlin und arbeitete diese auf.

Seine eigene Krönung dieser sehr umfangreichen intensiven Arbeit war die Herausgabe zweier Chroniken. Die erste mit dem Titel „Mestlin – Chronik eines mecklenburgischen Dorfes“ erschien im Jahre 2001 und beleuchtete die Geschichte vor 1945. Dieses Heft ist bereits in dritter Auflage erschienen. Doch damit nicht genug, arbeitete er auch an einem zweiten Teil mit dem Untertitel „Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg“. Auch diese Arbeit, die 2005 erschien, bedeutete viel Arbeit, vor allem weil durch die Wende 1989/1990 auch manches verloren gegangen war und nun erst wieder mühsam zusammengestellt werden musste. Auch dieser zweite Teil erlebte bereits eine weitere Auflage zur 750-Jahrfeier Mestlins vor vier Jahren. Diese Jahrfeier bedeutete für den damals 86-Jährigen erneut einen immensen Arbeitsaufwand. Nicht nur die Aktualisierung der beiden Chroniken stand an, sondern auch der Erarbeitung einer Ausstellung und eines Zeitstrahles hatte er fast seine ganze Zeit gewidmet. Immer wieder war er der gesuchte Gesprächspartner, wenn es um die Geschichte des Storchendorfes ging, sei es von Print-, Radio- oder Fernsehmedien.

Günther Peters ist froh und dankbar, vor allem seiner Ehefrau Irmgard, die ebenfalls vor wenigen Tagen ihren 90. Geburtstag feierte und ihrem Günther stets zur Seite stand und ihm den Rücken für sein Ehrenamt freihielt. Beiden sei Dank gesagt und mögen sie noch viel Zeit zusammen genießen können.

Übrigens: Günther Peters gehen die Ideen nicht aus. Derzeit bastelt er am Computer an der Familienchronik...

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