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Medikamentenabhängigkeit : Gegen Sucht im Alter

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Auftakt für Miteinander von Sucht- und Altenhilfe / Fachtag in Parchim mit Spezialisten.

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 15:37 Uhr

Neue Aktion gegen Sucht durch Medikamente  und Alkohol unter Senioren: Ein Fachtag zum Thema Sucht im Alter am heutigen Mittwoch in Parchim soll der Auftakt dafür sein, „dass Suchthilfe und Altenhilfe ins Gespräch kommen.“ Das sagte im Vorfeld Jutta Scharf, Suchtberaterin in Parchim. Dabei stehe die Frage: „Wie schaffen wir eine bessere Lebensqualität?“

Menschen in höherem Alter bekommen oft hoch dosierte Medikamente  wie Psychopharmaka und Benzodiazepine verordnet, so Scharf.  Medikamente  können dazu führen, dass  die Älteren abhängig werden. Und dass sie benommen sind. Das  mindere die Lebensqualität, erhöhe das Risiko von Stürzen und damit von  Verletzungen. Auch stehen Medikamente  im Verdacht, andere  Krankheiten zu begünstigen, beispielsweise bestimmte Formen der Demenz.

Die Hälfte aller Schmerz- und Beruhigungsmittel werden an über 55-Jährige verordnet, so Scharf. Sie will dabei nicht den Ärzten den Schwarzen Peter zuschieben. Die Patienten klagen über Beschwerden und verlangen nach den Medikamenten. Dabei spielen manchmal andere Probleme eine Rolle - beispielsweise Einsamkeit und Isolation. Einsamkeit ist auch nicht selten ein Problem bei Menschen, die dem Alkohol verfallen sind. Laut Studien gebe es bei 16 Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen über 65 Jahren einen riskanter Konsum von Alkohol.  Bei dem Fachtag  heute Nachmittag im Solitär der Kreisverwaltung in Parchim informieren Spezialisten aus dem Land über Risiken und Hilfsmöglichkeiten, so Dr. Arne Kresin, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Röbel,   Oberarzt Dr. Holger Böhmer von der KMG Klinik Güstrow und Dr. Hans Ollrogge von der Klinik am Schweriner See in Lübstorf.

In verschiedenen Arbeitskreisen soll über Ansätze zur Hilfe diskutiert werden, sagt Jutta Scharf, Leiterin der Suchtberatung Kloster Dobbertin. Die Möglichkeiten der Suchthilfe seien allerdings  begrenzt. Scharf verweist auf die älter werdende Gesellschaft.

Ziel sei es, dass Mitarbeiter  der Altenhilfe, Vertreter  der Seniorenarbeit, Ärzte und Mitarbeiter der Suchtkrankenhilfe gemeinsam Hilfsmöglichkeiten gestalten.

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