zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

16. Dezember 2017 | 14:03 Uhr

Parchim : Gegen den Rausch

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

DAK-Gesundheit ruft Parchimer Schüler zum kreativen Wettstreit auf

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die 2015 im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen, ist im Vergleich zu 2014 um 59 Prozent gestiegen. Und das sogar entgegen dem bundesweiten Trend. „Komasaufen“ bleibt ein Konfliktthema. Alkohol ist eine gesellschaftlich akzeptierte Droge, die trotzdem bei Überdosis zum Tod führen kann.

„Im Advent einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und zu Silvester ein Glas Sekt zum Anstoßen – Alkohol gehört in Deutschland zu gewissen Traditionen dazu“, sagt Kathrin Lamprecht von der DAK-Gesundheit. Vor ihr sitzen Schüler der Klassen 8a und 8d des Friedrich-Franz-Gymnasiums und warten gespannt, wie der Vortrag weitergeht: „Ich sage immer, die Dosis macht das Gift. Es soll nicht darum gehen, euch das Trinken zu verbieten, sondern ihr müsst lernen, mit Alkohol verantwortungsvoll umzugehen, euch mit dem Thema auseinander zu setzen“.

Im Rahmen der bundesweiten DAK-Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ rief Kathrin Lamprecht am Mittwoch die Schüler des Parchimer Gymnasiums zu einem Plakatwettbewerb auf. Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren können bis 31. März bei der DAK-Gesundheit selbst gestaltete Plakate einreichen, auf denen sie sich künstlerisch mit dem Schwerpunkt Alkoholmissbrauch auseinandersetzen. Das Friedrich-Franz-Gymnasium nimmt wiederholt an der Kampagne teil. Im letzten Jahr gingen drei Parchimer Schülerinnen als Sieger aus dem Landeswettbewerb hervor. Cornelia Flörke nimmt sich als Lehrerin in den kommenden Wochen im Deutschunterricht die Zeit, das Thema gemeinsam mit den Achtklässlern zu bearbeiten.

Bei der Präventionskampagne solle nicht der erhobene Zeigefinger im Fokus stehen, fügt Kathrin Lamprecht hinzu. Jedoch appelliert die stellvertretende Chefin der Schweriner DAK an die Jugendlichen, sollten sie mit Alkohol in Berührung kommen, sei ein verantwortungsbewusster Umgang mehr als ratenswert.

Wichtig sei ihr auch, keiner der Heranwachsenden lasse sich unter Druck zum Trinken verleiten: „Nein heißt nein – auch beim Thema Alkohol. Wenn ihr zum Trinken gezwungen werdet, ist das nicht cool, sondern asozial“, so Lamprecht weiter.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes, waren im Jahr 2015 43 Kinder und Jugendliche im Landkreis mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Besonders dramatisch: In der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen mussten regional acht Kinder stationär behandelt werden. „Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben Alkohol gehört zum Feiern und Spaß haben dazu“, weiß Lamprecht.

Die Plakataktion sei daher eine unverzichtbare Maßnahme zur Aufklärung, damit die gute Entwicklung auf Bundesebene, auch auf die Region übergreife.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen