zur Navigation springen

Parchimer Feuerwehr in diesem Jahr stark gefordert : Gefährlicher Mix: Böller und Alkohol

vom

Die Frauen und Männer der Parchimer Wehr blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Die Zahl der Löscheinsätze ist in diesem Jahr etwas geringer ausgefallen als 2011. Doch die einzelnen Vorfälle hatten es in sich.

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2012 | 04:25 Uhr

Parchim | "Bleibt zu hoffen, dass dieses Jahr nicht so endet, wie es begonnen hat", sagt Bernd Schröder. Beim Blick ins Einsatzbuch hat es der Parchimer Feuerwehrchef schwarz auf weiß: Das Jahr 2012 war erst wenige Stunden alt, als die Kameraden zu einem Brand in die Heidestraße ausrücken mussten. "Ein Balken war in Brand geraten und die Sache keinesfalls ungefährlich", weiß der Experte. Wahrscheinlich hatte ein Feuerwerkskörper den Brand ausgelöst. "Die Silvesternächte sind leider nicht ungefährlich. Wer mit Knallkörpern, die offiziell zugelassen sind vernünftig umgeht, wird keine Probleme haben. Aber leider ist vor allem der Mix Böller und Alkohol unberechenbar", meint Schröder. In den zurückliegenden Jahren gab es in der Kreisstadt zu den Jahreswechseln vergleichsweise wenig Probleme. "Wir sind auf darauf vorbereitet und für viele Kameraden bedeutet dies, dass sie in der Silvesternacht nicht ganz so ausgelassen wie andere feiern können.

Die Zahl der Löscheinsätze ist in diesem Jahr mit 64 Fällen etwas geringer ausgefallen als 2011 (81 Brände). Doch die einzelnen Vorfälle hatten es in sich. Nachdem im Januar brennende Busse für überregionales Aufsehen gesorgt hatten, stand im April das Lager der Kohlenanzünderfabrik in der Weststadt in Flammen, die noch in 20 Kilometern Entfernung zu sehen waren. Insgesamt waren hier 110 Kameraden von sieben Feuerwehren der Region im Einsatz. Am Ende waren nach stundenlangem Einsatz nicht nur die Frauen und Männer am Ende ihrer Kräfte, sondern sogar die Ausrüstung hinüber. " Da waren wir sehr froh, dass sich die Stadtverwaltung dafür eingesetzt hat, dass schnell Ersatz beschafft werden konnte", betont Bernd Schröder, der selbst auf inzwischen 35 Jahre Dienst bei der Feuerwehr zurückblicken kann.

Ärgerlich sind nach wie vor die vielen Fehlalarme. Bislang mussten die Kameraden der Parchimer Wehr in diesem Jahre schon 20 Mal ausrücken, weil die Technik versagt hat. "Die Anlagen sind offenbar mangelhaft und werden nicht ausreichend gewartet", glaubt der Experte. Seine Frauen und Männer haben das Nachsehen. Da sind die Kosten, die bei einem Fehlalarm in Rechnung gestellt werden, nur die eine Seite der Medaille.

Technische Hilfeleistungen nehmen quantitativ und qualitativ seit Jahren zu. Dazu gehören Einsätze nach Verkehrsunfällen ebenso wie das Abpumpen von Kellern und Straßen nach Starkregen. "Immer öfter müssen wir auch Türschlösser öffnen. Dort erwarten uns längst nicht nur hilfsbedürftige Personen. Der eine oder andere verwechselt uns offenbar mit einem preisgünstigen Schlüsseldienst", meint Bernd Schröder.

In Erinnerung bleiben wird den Parchimer Kameraden auch der Absturz eines Kleinflugzeuges, bei dem Pfingsten am Stadtrand zwei Menschen tödlich und zwei weitere Personen schwer verletzt worden sind. "Wir konnten nicht mehr viel ausrichten. Diese Bilder vergisst man so schnell nicht", gibt der Feuerwehrchef zu bedenken.

Zuversichtlich blickt Bernd Schröder ins kommende Jahr. "Wir sind gut aufgestellt und können bislang trotz des demographischen Wandels die Einsatzbereitschaft voll gewährleisten", meint der Chef. Viel Wert wird auf die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung gelegt.

Am 29. Januar lässt er auf der Mitgliederversammlung das Jahr noch einmal Revue passieren. Bernd Schröder wird dann auch darüber informieren, dass neue Technik angeschafft wird. Dabei handelt es sich um ein Kombifahrzeug mit der kompletten Ausrüstung für Löscheinsätze und technische Hilfeleistungen wie sie beispielsweise bei Unfällen benötigt wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen