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Ungewöhnlicher Einsatz : Gefährliche Fracht fordert Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gefahrgutzug Ost des Landkreises Ludwigslust-Parchim von der Deutschen Bahn geschult

Auf den Straßen (ohne den Transitverkehr) werden bundesweit rund 140 Millionen Tonnen und auf der Schiene rund 66 Millionen Tonnen Gefahrgut im Jahr transportiert, dazu kommen noch 47 Millionen Tonnen auf den Binnen- und 50 Millionen Tonnen auf den Seewasserstraßen. Eine gewaltige Masse, die bei der Bahn vor allem nachts unterwegs ist, im Schnitt sind es Vollzüge, also etwa 22 vierachsige Waggons Auch wenn die Bahntransporte als relativ sicher zählen, kann es passieren, dass mal ein Defekt auftritt und Gefahrgutstoffe auslaufen. Dann ist es ein Fall für die Gefahrgutzüge, einer davon ist der Gefahrgutzug Ost des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Hier sind Kameraden der unterschiedlichsten Feuerwehren integriert, die sich zusätzlich zu ihren eigenen Aufgaben in ihrer jeweiligen Wehr ausbilden lassen, um im Ernstfall agieren zu können.

Die Übung ging von einem Leck in einem Gefahrgutwaggon aus.
Die Übung ging von einem Leck in einem Gefahrgutwaggon aus.
 

In enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Fachdienst 38 in der Kreisverwaltung machte in dieser Woche der einzige Spezialzug seiner Art in Deutschland, der Ausbildungszug Gefahrgut der Deutschen Bahn Netz AG, Station in der Kreisstadt. Im Gleis 13 hinter einem Discounter empfing Schulungsleiter Uwe Lindenberg die Kameraden aus den Wehren Goldenbow, Matzlow-Garwitz, Suckow, Grebbin und Parchim sowie einige Beobachter, darunter den stellvertretenden Kreisbrandmeister Rainer Auras. Nach einer kurzen Einweisung wurde es ernst. Per Video zeigte Lindenberg den Kameraden Filme von katastrophalen Unfällen mit Gefahrgut und gab Erklärungen zu den verschiedenen Begriffen und Bezeichnungen an den Kesselwagons.

Im zweiten Teil wurden das Äußere und das Innere eines solchen Kesselwagens, in diesem Fall eine Spezialanfertigung von drei verschiedenen Typen in einem Waggon, und die Handhabung der verschiedensten Ventile und Sicherheitseinrichtungen erläutert.

Gefahr auch auf dem Waggon
Gefahr auch auf dem Waggon

Nach diesem meist theoretischen Teilen waren die praktischen Kenntnisse der Kameraden gefragt. Da sie in Dargelütz bereits mehrfach am Übungsanhänger der Feuerwehrschule Malchow das Abdichten von Leckagen geübt hatten, waren die Grundkenntnisse vorhanden. Lediglich die Dimensionen und zusätzliche Sicherungen waren neu, denn Schienenwege und mögliche elektrische Oberleitungen sind doch etwas anderes als die Straßen und ohne einen Notfallmanager der Bahn AG geht gar nichts. Zusätzlich gelten zusätzliche Vorschriften des Bahnverkehrs zu beachten. Neun verschiedene Leckagen können in dem Schulungs-Kesselwaggon simuliert werden und sollen von den Kameraden abgedichtet werden.

Uwe Lindenberg zeigte sich anerkennend über die Leistungen der Einsatzkräfte und gab zusätzlich noch wichtige Tipps, die das Abdichten erleichertern. Er staunte über die Idee, ein Leck an einem Ventil relativ schnell und sicher mittels eines straff gespannten Flachabdichtungsbands zu sichern. Er selbst hatte aber auch einen Tipp parat. Die erste eintreffende Wehr, meist keine in Gefahrgut ausgebildete Truppe, kann mittels Zweigen oder kleine Ästen Stopfen schneiden und in die Leckage schlagen. Auch wenn durch Parchim kaum Gefahrgutstoffe auf der Schiene transportiert werden, so kann im Ernstfall der Gefahrgutzug Ost zum Einsatz kommen. „Zum einen können es Umleitungszüge zwischen Ludwigslust und Waren sein und zum anderen finden derartige Transporte auf den Strecken Ludwigslust – Hagenow – Schwerin statt und bei einem Ernstfall werden viele Einsatzkräfte benötigt“, so der Schulungsleiter. Am heutigen Donnerstag findet eine weitere Schulung statt, diesmal für die Kameraden der Parchimer Freiwilligen Feuerwehr.
 

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erstellt am 27.Apr.2017 | 07:40 Uhr

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