Volkstrauertag : Gedenken an Parchimer Gräbern

Kranzniederlegung auf dem Neuen Friedhof in Parchim
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Kranzniederlegung auf dem Neuen Friedhof in Parchim

Zentrale Veranstaltung des Landes zum Volkstrauertag in der Kreisstadt. Gymnasiasten berichten von ihrer Projektfahrt.

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19. November 2017, 20:45 Uhr

Mit einer Kranzniederlegung auf dem Neuen Friedhof in Parchim endete am Sonntag die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern zum Volkstrauertag. Das Gedenken erfolgte an einer Gräberanlage, wo 305 zivile Kriegsopfer beigesetzt sind. Es handelt sich vorrangig um Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten wie Ostpreußen und Pommern. Die meisten hatten zwischen 1945 und 1950 ihr Leben gelassen. Ihre ewige Ruhe fanden sie in Parchim in Reihengräbern und in einem Massengrab. Eine Gedenkstätte auf dem Areal wurde Mitte der 1990er-Jahre angelegt.

Vor der Kranzniederlegung hatten sich Teilnehmer der Gedenkveranstaltung, die der Landtag Mecklenburg-Vorpommern und der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausrichtete, im „Solitär“ der Kreisverwaltung zusammengefunden.

Das Totengedenken sprach der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Innenminister Lorenz Caffier. Er spannte den Bogen bis zu den Opfern unserer Tage, die beispielsweise durch Terrorismus oder bei Einsätzen der Bundeswehr ums Leben kommen.

Landrat Rolf Christiansen erinnerte in seiner Gedenkrede an geschichtliche Ereignisse in vergangenen Jahrzehnten im Monat November, so an den Ausruf der ersten deutschen Republik, an die Pogromnacht und den Fall der Berliner Mauer. Sie stehen für den Scheideweg zwischen Krieg und Frieden. „Der Blick in die Geschichte zeigt, wie zerbrechlich die Demokratie ist“, so Christianen. „Wir sind gut beraten, uns mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Mehrheit der Deutschen habe aus ihrer Geschichte gelernt, so der Landrat.

„Wir wollen nicht nur gedenken, sondern auch die richtigen, nämlichen friedliche Schlussfolgerungen ziehen“, so Landtagsvizepräsidentin Dr. Mignon Schwenke.

Immer wieder spielte bei den Rednern in Parchim der europäische Gedanke eine Rolle. Sowohl Parchims Bürgermeister Dirk Flörke als auch Dr. Mignon Schwenke gingen in diesem Zusammenhang auf die Jugendarbeit ein, wie sie beispielsweise durch das Friedrich-Franz-Gymnasium in Parchim geleistet wird.

Die Schüler Carolyn Burmeister und Dylan Klimpke berichteten von ihrer jüngsten Projektfahrt zu der großen Kriegsgräberanlage im belgischen Lommel. Dirk Flörke, der früher als Lehrer das Projekt begleitet hatte, zitierte einen ehemaligen Schüler: Wer am Friedrich Franz-Gymnasium aber nicht in Lommel war, habe das wichtigste in seiner Schulzeit verpasst.

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