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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 01:01 Uhr

Parchim : Gauner sind scharf aufs Urlaubsgeld

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Dubiose Dachdeckerkolonne in der Region unterwegs: Polizei warnt vor Überraschungen an der Haustür

von
erstellt am 07.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Mit dem Sommer kommen die Betrüger. In der vergangenen Woche überrumpelten ungarische Dachdecker einen Hausbesitzer in Sternberg. Sie versprachen einen unschlagbar günstigen Preis, der sich nach dem Beginn der Arbeiten allerdings in astronomische Höhen schraubte. Als der Hausbesitzer die Polizei ins Spiel brachte, suchte die Dachdeckerkolonne das Weite.

Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, kennt die Tricks, so genannte Teerkolonnen gehören in dieselbe Kategorie: „Betroffen sind Haus- und Grundstücksbesitzer. Dort erscheinen die Betrüger und bieten angeblich professionelle Arbeiten an. Insbesondere Grundstücksauffahrten und Freiflächen wollen sie binnen kurzer Zeit in einer hohen Qualität zu einem unschlagbar günstigen Preis teeren. Nicht selten soll das Geld im Voraus bezahlt werden oder es werden später höhere Preise verlangt, als zuvor ausgehandelt. Ähnlich verhält es sich bei fliegenden Dachdeckern, die unverhofft an der Haustür klingeln.“

Die Polizei rät: Finger weg von diesen dubiosen Haustürgeschäften. Wiechmann: „Lassen Sie sich nicht zu solch einem Vertrag nötigen.“

Dabei schrecken Betrüger auch nicht davor zurück, sich als Polizeibeamte auszugeben. Erst im Mai waren in Parchim 14 Fälle bekannt geworden, bei denen sich ein Anrufer älteren Menschen gegenüber als Polizist ausgab. Der Anrufer suggerierte den Opfern, dass in ihrer Gegend eingebrochen worden sei und sie die nächsten Opfer wären. Die Betroffenen wurden dann zu im Haus befindlichen Wertsachen und Sparbüchern befragt. Die Polizei rät: Dubiose Telefonate sollen schnellstmöglich beendet werden. Zudem sollte man nie Fremde in die eigene Wohnung lassen, von denen man nicht weiß, wer sie sind. Kriminalbeamte können sich an der Wohnungstür jederzeit mit dem Dienstausweis der Polizei oder mit der Kripo-Marke ordnungsgemäß legitimieren.

Klaus Wiechmann warnt vor weiteren Tricks: „Sporadisch tauchen an Haus- und Wohnungstüren unserer Region aufdringliche Bettler auf, die teils mit Klemmbrettern und falschen Spendenlisten ausgerüstet sind und nicht selten in aggressiver Art und Weise um Bargeld betteln. Häufig versuchen sie durch die geöffnete Tür in die Wohnung zu gelangen, um dort Diebstähle zu begehen. Gelegentlich wird auch ausbaldowert, ob sich zu einem späteren Zeitpunkt ein Einbruch lohnt.“ Aufdringliche Werber für Strom- und Telefonverträge werden von Zeit zu Zeit gemeldet. Um seriös zu wirken, geben sie sich nicht selten als Mitarbeiter von lokalen Versorgern oder namhaften Anbietern aus der Umgebung aus. Häufig werden den Kunden an der Haustür Versprechungen von angeblich billigen Tarifen gemacht, um möglichst schnell zum Vertragsabschluss zu kommen. Um im Nachgang keine unliebsamen Überraschungen zu erleben rät die Polizei: Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck.

Wie erkennt man nun, ob Betrüger vor der Haustür stehen? Polizeisprecher Wiechmann: „Für fast alle Erscheinungsformen gilt: Die Fremden erscheinen unangemeldet an der Tür. Ihr Ziel: Ahnungslose Opfer durch eine geschickte Gesprächsführung überrumpeln.“ Wer das weiß, ist schon gut gewappnet und lässt sich die Urlaubslaune nicht von Betrügern vermiesen.


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