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Parchim : Für Taucher wie im Sieben-Sterne-Hotel

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Bei der Gründung seines Tauchcenters vor 20 Jahren in Parchim wurde er ausgelacht, heute genießt Frank Jakobi die höchste internationale Anerkennung

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erstellt am 14.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Ein Sieben-Sterne-Hotel in Parchim? Den Gedanken würde wohl fast jeder in die Traumwelt verbannen. Doch etwas Vergleichbares an internationaler Anerkennung gibt es in einer anderen Branche: das Tauchcenter D.I.V.E.

„Ich wurde ausgelacht“, erinnert sich Frank Jakobi, Lally genannt, als er vor 20 Jahren weit ab von Urlaubsgebieten, Großstadt und Meer ein Tauchcenter gleich neben der Müritz-Elde-Wasserstraße in Parchim gründete. Doch allen Unkenrufen zum Trotz: Es wurde eine Erfolgsgeschichte. Das Parchimer D.I.V.E. zählt heute zu den Großen der Branche in Deutschland. Lally hat mittlerweile die höchste Ausbildungsstufe und die höchste Anerkennung, die man im internationalen Tauchsport erringen kann. In seinem Parchimer Büro hängt eine Urkunde, die ihn als „Platinum Pro 5000 Instructor“ ausweist. Damit gehört er zur Gruppe der „Who’s Who“ in der Tauchsportwelt. Weit über 1000 Menschen haben bei ihm inzwischen den „Tauchführerschein“ abgelegt. Weitere Qualifizierungen sind nicht mitgezählt. Und längst bildet Lally selbst Tauchlehrer aus.

Frank Jakobi macht seinen Hauptumsatz mit dem Internethandel mit Utensilien für den Tauchsport.
Frank Jakobi macht seinen Hauptumsatz mit dem Internethandel mit Utensilien für den Tauchsport. Foto: Michael Beitien
 

1991 begann Frank Jabobi mit dem Tauchen. Was ihn bis heute fasziniert: „Du bist in einer anderen Welt.“ Unter Wasser höre man nur noch den eigenen Atem. Man vergesse alle Probleme, denke nicht mehr an den Job. Und Taucher seien ein Team. Da zähle nicht, ob jemand arbeitslos oder Professor sei. Alle sprechen sich mit Du an. Unter Wasser gilt: „Das schwächste Glied ist der Bestimmer“, erklärt Jakobi.

Elektroniker hatte er einmal gelernt, war dann bei der Armee, arbeitete nach der Wende kurz in Lüneburg und stieg schließlich in ein von seinen Eltern gegründetes Handelsgeschäft in Parchim ein, das sich allerdings später als Fehlschlag erwies. 1997 wurde Frank Jakobi Tauchlehrer, qualifizierte sich ständig weiter. Er gründete Lallys Tauchschule, zwei Jahre später ließ er sich die Marke D.I.V.E. in Anlehnung an das englische Wort für Tauchen für ein Jahrzehnt schützen. Den Handel mit Tauchsportartikeln betrieb er zeitweise nicht nur von seinem Parchimer Standort in der Ziegendorfer Chaussee aus, sondern er gründete auch Niederlassungen in Schwerin und Waren. Der Standort an der Müritz hat sich nicht gerechnet und wurde schnell wieder geschlossen. Auch vom Geschäft in der Landeshauptstadt trennte sich Lally wieder. Dafür stieg ein Freund unter der Marke D.I.V.E. in das Tauchgeschäft ein und eröffnete auch eine Basis auf dem Campingplatz in Raben Steinfeld am Schweriner See.

Genau die richtige Welle traf Frank Jakobi, als er 2004 mit dem Online-Handel begann. Der mache mittlerweile 80 Prozent der Arbeit aus, erklärt der Parchimer. Kunden aus ganz Deutschland und darüber hinaus ordern bei ihm Tauchsportartikel. Auch das Ladengeschäft in Parchim findet weiter Interessenten, die 50 bis 60 Kilometer lange Anfahrten in Kauf nehmen. Wer Tauchausrüstung kaufen will, muss nachweisen, dass er die entsprechende Qualifizierung hat, sagt Jakobi.

Sein Tauchcenter bildet nach internationalem Standard aus. Der heimische Wockersee gehört nicht zu den Ausbildungsstätten. Er ist u.a. zu flach und zu trübe. Theorieausbildung für Taucher gibt es im Parchimer Schulungsraum und auch zu Hause am Computer.

Anfänger üben den praktischen Teil dann meist im Schwimmbad - in der Halle in Wittstock sowie in Freibädern in Pritzwalk oder Grabow. Viel getaucht wird bei der Ausbildung im Schweriner See bei Raben Steinfeld. Das Wasser habe eine Top-Qualität, sagt Lally. Und man bekommt unter Wasser etwas zu sehen wie Hechte, Aale und Zander.

In Mecklenburg-Vorpommern finden sich viele solcher schönen Tauchreviere. Doch etliche Tauchsportler wollen natürlich auch internationale Gewässer erkunden – beispielsweise das Rote Meer bei Ägypten. So verkauft D.I.V.E. auch Tauchreisen und führt auf organisierten Touren Interessenten durch ferne Unterwasserwelten.

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