Landtagswahl - Die Direktkandidaten : Für ländlichen Raum im Einsatz

Dr. Ursel Karlowski
Dr. Ursel Karlowski

Dr. Ursel Karlowski tritt für Bündnis90/Die Grünen als Direktkandidatin zur Landtagswahl an. Ihr Verlangen: Form der Demokratie ändern

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17. August 2016, 08:40 Uhr

Dr. Ursel Karlowski aus Rostock, dort zunächst seit 2009 im Kreistag vertreten, liegt eigenen Worten zufolge besonders die Stärkung des ländlichen Raums am Herzen. Um diesbezüglich noch mehr zu bewirken, folgte zwei Jahre später die Wahl zur Landtagsabgeordneten für Bündnis90/ Die Grünen: „Ich möchte meine ganze Erfahrung dort einbringen, wo sie vor allem gebraucht wird.“

Das Studium der Biologin war eigener Aussage zufolge vor allem auf das Miteinander von Landwirtschaft und Natur ausgerichtet. Und sie schaute früh über die Grenzen der Heimat hinaus, untersuchte zum Beispiel in Uganda den Lebensraum von Berggorillas. Wissenschaftlich ausgerichtet war auch die Beschäftigung mit Problemen in der heimischen Region – unter anderem dem Bienensterben, das verheerende Folgen für das gesamte Leben habe. „Ein zentraler Beweggrund, mich in der Politik zu engagieren, war und ist, sie mit zu beeinflussen und zu kontrollieren“, so die gebürtige Oberhausenerin. Mit ihrer Hilfe sei unter anderem der Dringlichkeitsantrag auf Erhalt der Schafsbeweidung gestellt worden und es gab eine Förderung in Höhe von 7,1 Millionen Euro für artenreiches Grünland. Bündnis90/Die Grünen setzten sich für eine stärkere Förderung von Ökobetrieben ein, wollten aber auch, dass konventionell wirtschaftende vielfältigere Fruchtfolgen anbauen und den Düngemittel- und Pestizideinsatz verringern.

Eine besondere zu bewältigende Aufgabe sieht die Politikerin in der stärkeren Umsetzung der direkten Demokratie. Die praktizierte indirekte sei prinzipiell gut, doch die Missachtung von Volks- und Bürgerbegehren bezeichnet Dr. Karlowski als „schmerzhaft“. Deshalb müsse man die Kommunalverfassung ändern: „Wenn eine Gemeinde zum Beispiel den Bau einer Hähnchenmastanlage ablehnt, wie es gerade bei Rostock der Fall war, kann es passieren, dass das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt sie dann trotzdem genehmigt – das darf nicht sein.“

Dies gelte ebenso für die überdurchschnittlich hohen EU-Subventionen für große landwirtschaftliche Betriebe mit meist wenigen Arbeitskräften. Die Abgeordnete wolle durch das „Agrarverbesserungsstrukturgesetz“ mehr verschiedene Größen erreichen.

Auch an Bündnis90/Die Grünen ist das Thema Südbahn nicht vorübergezogen. Die Partei setze sich „ganz klar für ihren Erhalt“ ein – in voller Länge. Angesichts des für sie gestarteten Bürgerbegehrens mit rund 17 000 Unterschriften müsse die Politik alles neu bewerten und dürfe nicht darüber hinweggehen. „Die Menge der Unterschriften ist Beweis für den Bedarf“, meint die 54-Jährige.

Mobilität sei auch in bezug auf den Ausbau des schnellen Internets und von Kultur im Landkreis Ludwigslust-Parchim wichtig. Ein Blick über den Tellerrand hinaus zeige, dass beides in Skandinavien etwa kein Ding der Unmöglichkeit sei.

Darüber hinaus setzt sich die Politikerin für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein: „Es darf nicht sein, dass man nachweisen muss, wenn man bedürftig ist.“

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