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Feuerwehrübung Schwinzer Heide : Für den Ernstfall Waldbrand gut gerüstet

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Landkreisübergreifende Übung bestätigt gutes Zusammenspiel der Wehren aus Plau, Goldberg, Diestelow, Wendisch Waren und Krakow

von
erstellt am 17.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Auch wenn es in den vergangenen Tagen viel geregnet hat und sogar mehr als 100 Liter auf den Quadratmeter fielen, so ist damit zu rechnen dass es auch wieder trockene Perioden geben wird. Schon in dieser Woche sollen die Temperaturen wieder ansteigen und dann könnte die Brandgefahr in Feld und Wald ansteigen. Um dann gut gewappnet zu sein, mögliche Waldbrände bekämpfen zu können, fand am Wochenende eine gemeinsame landkreisübergreifende Waldbrandübung nahe Sandhof im Forst Gut Karow statt. Beteiligt waren 63 Kameraden der Wehren aus Plau und Goldberg mit den Löschgruppen aus Diestelow und Wendisch Waren sowie aus Krakow am See.

Es ist Freitag, 17.51 Uhr, als die Sirenen zum Einsatz rufen. Umgehend eilen die Kameraden in ihre Gerätehäuser und lesen auf dem Einsatzfax der Integrierten Leitstelle Westmecklenburg, dass ein Waldbrand in der Schwinzer Heide nahe Sandhof gemeldet ist. Auch wenn vermerkt ist, dass es sich um eine Einsatzübung handelt, agieren die Kameraden zügig und eilen zur Einsatzstelle.

Hier bereiten die Krakower Kameraden den Aufbau eines 4000 Liter Wasserbeckens vor.
Hier bereiten die Krakower Kameraden den Aufbau eines 4000 Liter Wasserbeckens vor. Foto: Bölsche
 

Dort dann die Überraschung: Es ist keiner vor Ort, der eine Einweisung geben kann. „Ich halte mich heute mal zurück und beobachte nur“, sagt Revierförster Christian Albrecht vom Gut Karow. Die angenommene Brandstelle liegt im Revier Hahnenhorst und die nächste Wasserstelle ist die Mildenitz, die aber etwa einen Kilometer entfernt fließt.

Als erstes sind die Kameraden aus Wendisch Waren vor Ort, sehen die markierte Brandstelle und nehmen einen ersten Löschangriff vor. Derweil sind nach und nach die anderen Wehren vor Ort und müssen sich nun an Hand von Flurkarten erst einmal einen Überblick über die Örtlichkeiten verschaffen. „Das ist eine der heutigen Aufgaben, die Kommunikation und Logistik an Hand von Karten zu erstellen. Es muss ein Pendelverkehr zur Mildenitz eingerichtet werden, wobei die Strecke festzulegen ist, damit sich keine Fahrzeuge behindern“, sagt Übungsleiter Martin Kremp von der Plauer Wehr. Im Laufe der Übung stellt sich auch heraus, dass im Ernstfall mehr Flurkarten zur Verfügung stehen müssen. An diesem Tage behelfen sich die Gruppenführer mit dem Smartphone und lichten die Karte ab und haben sie so vor Ort. Auch das Thema Kommunikation muss weiter verbessert werden. „Wir hatten Probleme untereinander mit dem Funk und auch zwischen uns und den Leitstellen“, erzählt Dirk Grabia, stellvertretender Wehrführer in Goldberg und Mitglied der Übungsleitung.

Karten bieten Orientierung.
Karten bieten Orientierung. Foto: Bölsche
 

Alles klappt relativ gut, auch das Aufstellen eines 4000 Liter Wasser fassenden selbstaufrichtenden Behälters als Puffer durch die Kameraden der Krakower Wehr. Per Pendelverkehr wird dieser Behälter gefüllt und die anderen Fahrzeuge mit Löschwasser versorgt. Marko Popall von der Wehr in Krakow am See verweist noch auf ein weiteres Szenario, welches durchaus im Wald – und nicht nur bei Bränden – vorkommen kann und vorbereitet wurde. Unter einem Holzstapel hatte die Einsatzleitung einen Dummy versteckt.

Diese „Person“ ist bei Waldarbeiten unter diesen Stapel gerutscht und von weiteren Baumstämmen eingeklemmt. „Aber auch diesen Teil der Übung haben die Kameraden bestens abgearbeitet“, lautet das abschließende Lob der Übungsleitung. Auch der Revierförster ist zufrieden und weist noch darauf hin, dass im Wald generell Rauchen und offenes Feuer verboten sind, „unabhängig von einer geltenden Waldbrandwarnstufe“.

 

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