Feuerwehren üben : Für den Ernstfall gut gerüstet

Kameraden aus Zarrentin dichten am Übungsanhänger der Landesschule Brand- und Katastrophenschutz einen Kessel ab.
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Kameraden aus Zarrentin dichten am Übungsanhänger der Landesschule Brand- und Katastrophenschutz einen Kessel ab.

Ausbildungstag des Gefahrgutzuges Parchim in Dargelütz

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19. April 2015, 14:29 Uhr

In unserem Landkreis befinden sich mit den Autobahnen 24 und 14 sowie vielen Bundesstraßen große Hauptverkehrswege auf denen tagtäglich etliche Gefahrguttransporter rollen. Was passiert, wenn so ein Fahrzeug verunglückt oder in Betrieben gefährliche Chemikalien oder ähnliches auslaufen? „Dann kommt der Gefahrgutzug Parchim zum Einsatz. Damit in derartigen Notfällen alle Handgriffe sitzen, führen wir zentrale Ausbildungstage durch“", erklärt Zugführer Enrico Bill. Einer dieser lehrreichen Tage fand am Sonnabend in Dargelütz statt, mehr als 60 Kameraden waren mit vollem Einsatz dabei.

Leider hatte nur eine Stunde vor Beginn die Besatzung des Gerätewagens Gefahrgut (GWG) aus Groß Laasch telefonisch abgesagt. Damit fehlte eine wichtige Station, die fest eingeplant war. Andere Kameraden aus dem Altkreis Ludwigslust, so u.a. aus Boizenburg und Zarrentin, folgten dagegen der Einladung nach Dargelütz. Im Unterschied zum Parchimer Gefahrgutzug ist in der Region Ludwigslust/Hagenow ein erweiterter Löschzug, eine so genannte Gefahrgutgruppe installiert.

Der Zug in Parchim ist auf mehrere Feuerwehren im Altkreis Parchim aufgeteilt. Insgesamt sind rund 260 Kameraden speziell für Gefahrguteinsätze ausgebildet. Am Sonnabend, so informiert der stellvertretende Zugführer Dirk Prieß, stand das Handwerkliche im Mittelpunkt. „Die praktische Vorgehensweise im Detail soll geschult werden. Wir haben dazu neben dem GWG aus Parchim auch die Dekontaminationsgruppe aus Lübz sowie den Übungsanhänger der Landesschule Brand- und Katastrophenschutz vor Ort und können dort sehr praxisnah die Handgriffe trainieren“, erklärt Prieß. So werden  undichte Stellen an einem Tank oder an einer Leitung abgedichtet. Maik Kostecki und Sven Engelberg von der FFw Parchim geben Hinweise zu den richtigen Materialien, die verwendet werden müssen, um alles wieder dicht zu bekommen.

An anderer Stelle wird die Ausrüstung eines Gerätewagens Gefahrgut von Peter Stockmann von der FFw Parchim erläutert. Anschließend werden von Kameraden der FFw Matzlow-Garwitz die Anschlüsse an einem Spezialfass getestet, in das mögliche flüssige Gefahrgutstoffe gepumpt werden. An anderen Ausbildungspunkten geht es um die Schutzbekleidung. So zeigen René Groß von der FFw Lübz und Daniel Mamerow von der FFw Goldberg das richtige Anlegen von Schutzanzügen und wie man die Übergänge zwischen Handschuh und Anzug mittels Paketband abdichtet: „Dieser Schutz ist wichtig, damit man als Helfer sich nicht selbst mit den Gefahrgutstoffen in Verbindung bringt, wenn man seine kontaminierten Kameraden behandelt.“ Insgesamt verlief der Ausbildungstag sehr ernsthaft, die Kameraden, so hieß es aus der Ausbildungsleitung, haben interessiert und aktiv mitgearbeitet. „Etliche Wissenslücken konnten vermittelt oder wieder aufgefrischt werden und das war unser Ziel“, so Dirk Prieß, der auch den Kameraden des DRK Sanitäts- und Betreuungszuges Parchim seinen Dank ausspricht, die in bewährter Weise wieder die Versorgung der Teilnehmer übernommen hatten.

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