Ziegendorf : Für das Dorf lockt ein Geldpreis

Die Bürgermeisterin Petra Mannfeld (3.v.l.) weihte mit den Landfrauen den Garten am Ziegendorfer Pfarrhaus ein.
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Die Bürgermeisterin Petra Mannfeld (3.v.l.) weihte mit den Landfrauen den Garten am Ziegendorfer Pfarrhaus ein.

Bürgermeisterin Petra Mannfeld ist von einer Frauenzeitschrift als Alltagsheldin nominiert worden. Sie hat die Chance auf einen Gewinn von 30000 Euro.

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03. August 2015, 08:00 Uhr

Die Ziegendorfer Bürgermeisterin Petra Mannfeld kann bei der Zeitschrift „Bild der Frau“ 30 000 Euro als Unterstützung für ein Gemeindeprojekt gewinnen. Sie wurde als Alltagsheldin nominiert, die mit ihrem Engagement die Wiederbelebung der Gemeinde bewirkt.

Noch vor zehn Jahren, zu Zeiten von Bürgermeister Peter Friedrich (PDS), zählte die Gemeinde mit allen sechs Ortsteile mehr als 750 Einwohner (2004). Doch der Wegzug von Einwohnern hielt ungebremst an, der Lehrstand war nicht mehr zu übersehen, die Infrastruktur dünnte spürbar aus: keine Schule, kein Laden, keine Kneipe.

2009 wurde zwar eine neue Gemeindevertretung gewählt, aber für den Bürgermeisterposten fand sich kein Kandidat. Es drohte die Zwangsverwaltung. Letztlich erklärte sich damals Petra Mannfeld bereit, das Amt zu übernehmen. 2014 kandidierte sie nur deshalb, weil sie den Bürgern für eine weitere Amtszeit das Versprechen abrang, sich gemeinsam für das Wohl der Gemeinde einzusetzen. Das Ultimatum wurde verstanden.

Erste vielversprechende Anfänge waren bereits mit den Landfrauen gemacht worden. Diese hatten in Zusammenarbeit mit der Pastorin und der evangelischen Kirchengemeinde begonnen, im Pfarrhaus soziale Angebote für die Dorfgemeinschaft aufzubauen (Bücherausleihe, Bastelnachmittage, Theaterspiele, Orgelkonzerte). Es waren Projekte ohne Budget. „Es waren Projekte von Frauen, die nicht länger tatenlos zuschauen wollten, wie das Dorf zusammenbricht.“ Dann beteiligten sich die Landfrauen am Wettbewerb „Schönste Straße Deutschlands“, den das „Netzwerk Nachbarschaft“ ausgeschrieben hatte - und gewannen 5 000 Euro. „Das war ein Ding““, erinnerte sich Petra Mannfeld.

Dann gründete sich der Verein „Ziegendorfer aktive Bürger (ZaB)“, der mit seinen Arbeitseinsätzen viele Schandflecke beseitigte und das Dorfbild verschönerte. „Als dann auch noch Fördermittel zur Sanierung der Straße zwischen Ziegendorf und Drefahl eintrudelten, war das wie ein ermutigendes Zeichen von außen.“

Für die Zukunftsplanung der Gemeinde etablierte sich als regelmäßig wiederkehrender Bürgertreff eine Ideenschmiede. „Ohne eine Perspektive ist das schönste Land nichts wert.“ Als Bürgermeisterin wurde Petra Mannfeld zur Moderatorin vieler bunten Ideen – und mit fast 90 Prozent gewählt. „Die Einwohnerzahl hat sich bei 600 eingependelt und ist seit einiger Zeit konstant.“

Vor der Sommerpause informierte die Bürgermeisterin ihre acht Mitstreiter in der Gemeindevertretung, dass der defizitäre Haushaltsplan der Gemeinde immer noch nicht genehmigt worden sei. Die Aufsichtsbehörde habe als Ergänzung zu dem ausführlichen Zahlenmaterial von der Gemeinde noch textliche Ausformulierungen eingefordert. Trotz seinem Minus zielt der Schwerpunkt des Ziegendorfer Haushalts laut Mannfeld darauf ab, den Straßenbau anzuschieben. Allein der Ausbau der Strecke zwischen Ziegen- und dem Ortsteil Stralenorf werde 800 000 Euro verschlingen. Ein Großprojekt werde auch die Sanierung der Ortsdurchfahrt (L 08) sein. Zwar sei mit Landesmitteln zu rechnen, aber der Ausbau der Bürgersteige und Beleuchtung bleibe weitestgehend an der Gemeinde hängen. „Mit dem Beginn der Arbeiten ist deshalb frühestens 2016 zu rechnen.“ Ein weiterer großer Ausgabenbatzen sei mit insgesamt fast 140 000 Euro die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs TSF-W als Ersatz für das betagte TLF 16 (Baujahr 1973). Die Gemeinde hat ein Sanierungskonzept erarbeitet und alle Steuer-Hebesätze auf das Landesniveau angehoben. „Wir hoffen außerdem, einiges mit Fördermitteln aus Nicht-Regierungsorganisationen bewirken zu können.“

Über den Gewinn des Projektgelds der Frauenzeitschrift kann im Internet unter der Adresse www.goldenbildderfrau.de oder per Telefon abgestimmt werden. Die kostenpflichtige Rufnummer zugunsten von Petra Mann lautet 01375 / 100 35 5. Unter allen Anrufern wird noch eine Woche lang ein Geldpreis von 1000 Euro verlost. Auch Mehrfachanrufe sind erlaubt. Die Aktion läuft bis zum 29. Oktober 2015.

Nominiert sind insgesamt fünf Frauen, die ein soziales Problem erkannt und angepackt haben. Die Gewinnerin dieser Aktion erhält nicht nur den Geldpreis, sondern auch eine Auszeichnung, die von Ursula von der Leyen überreicht wird. Diese Veranstaltung im Hamburger Operettenhaus wird von Kai Pflaume moderiert. 

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