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Parchimer Zeitung

23. September 2017 | 18:17 Uhr

Lewitzrand : Frische aus der Nachbarschaft

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Matzlower Grundschüler gewinnen Ausschreibung im EU-Schulernährungsprogramm

Es ist noch gar nicht so lange her, da gestalteten Eltern, Pädagogen und Paten der Grundschule Matzlow den kleinen Schulgarten um (SVZ berichtete). Inzwischen hatten die Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis 4 u. a. die neuen Hochbeete mit Gemüsepflanzen bestellt, welche nach guter Pflege nun pünktlich zum Schuljahresende erntereif geworden sind. Just als die Kinder dieser Tage die ersten ihrer selbst gezogenen Kohlrabi, Möhren und Radieschen als knackfrische Pausensnacks aus der Erde holten, traf Post vom Landwirtschaftsministerium ein.
„Wir haben eine Ausschreibung gewonnen“, teilte Marion Burchard ihrem Pädagogenteam und auch der Elternvertretung durchaus stolz mit. Das offizielle Schreiben betraf diesmal das sogenannte EU-Schulernährungsprogramm, um dessen Teilnahme sich die Schule beworben hatte. Das bedeutet: Im neuen Schuljahr 2017/18 bekommen alle Grundschüler dieser Einrichtung einmal wöchentlich kostenlos einen Becher frische Vollmilch sowie eine Portion Obst oder Gemüse direkt von einem Landwirtschaftsbetrieb aus der Region.

Die Freude darüber sei groß, berichtet die scheidende Schulleiterin, denn nach ihrer eigenhändigen Schulgartenernte und einer Kostprobe vom zukünftigen Lieferanten seien Groß und Klein „richtig auf den Geschmack gekommen“. Der Hof Weitenfeld – ein traditionsreicher zertifizierter Landwirtschaftsbetrieb mit eigener Hofmolkerei aus Vorderhagen in der Gemeinde Teldau im Amt Boizenburg-Land – hatte sich seinerseits beim koordinierenden Landwirtschaftsministerium beworben und den zur Schülerzahl passenden Lieferauftrag erhalten. Für das Obst und Gemüse hat der Hof Weitenfeld Partner mit entsprechender Reputation aus der Nachbarschaft gewonnen. Sein eigenes Schulmilchangebot umfasst frische, nicht homogenisierte (gentechnikfrei von hofeigenen Kühen produzierte) Vorzugsmilch , auf Wunsch auch in den Geschmacksrichtungen Schoko, Erdbeere und Vanille, ausschließlich mit natürlichen Sirups. „Nach einer Kostprobe wünschen sich 98 Prozent unserer Kinder diese Milch. Sie schmeckt vorzüglich!“, bestätigt Marion Burchard. Auch der für eine ununterbrochene Kühlkette unverzichtbare Kühlschrank werde vom MV-Landwirtschaftsministerium organisiert und soll in der letzten Sommerferienwoche ausgeliefert werden.

Eine, die sich schon auf die mit dem EU-Schulernährungsprogramm einhergehenden Bildungsangebote freut, ist Inga Speßhardt – Lehrerin für Mathe, Deutsch, Religion, Werken, Sachkunde sowie Natur und Umwelt derzeit in Klasse 3. Gemeinsam mit neun Viertklässlern eröffnete sie kürzlich die Schulgartenernte vor den Sommerferien und machte die Mädchen und Jungen obendrein neugierig auf das, was sich auf der mit Unterstützung des Jägerlehrhofs Damm neu eingesäten Wildblumenwiese tat. Mit duftender Phacelia, Sommermalven, Buchweizen und Sonnenblumen entwickelte sich dieses Matzlower Schulgarteneck nämlich zu einem wahren Paradies für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co.

Schon hier im Schulgarten (wenige Schritte entfernt von den Unterrichtsräumen) ließe sich das pädagogische Konzept „Lernen an einem anderen Ort“ teilweise realisieren, schwärmt die junge Grundschulpädagogin und ist um so neugieriger auf die im Rahmen des EU-Projekts kostenlos angebotenen begleitenden pädagogischen Maßnahmen, wie externe Unterrichtsstunden „Lernen auf dem Bauernhof“. Kontakte zum örtlichen Bauernverband würden bereits geknüpft. Außerdem habe sich der Landfrauenverband bereit erklärt, die Schule bei speziellen Themen der Ernährungsbildung (außerhalb des schon laufenden „Ernährungsführerscheins“) zu unterstützen.  

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