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Parchimer Zeitung

23. November 2017 | 04:52 Uhr

Parchim : Friedenseiche landet im Ofen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Glück im Unglück: Umstürzender Baum fiel dicht am Kriegerdenkmal in Herzfeld vorbei. Jetzt wird das Holz aufgearbeitet.

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Es war Glück im Unglück: Als das erste Sturmtief in diesem Herbst über die Region zog, riss es die mächtige Friedenseiche in Herzfeld um. Der umstürzende Baum schrammte haarscharf am daneben stehenden Kriegerdenkmal vorbei.

So blieb wenigstens die Gedenkstätte mit den Namen der gefallenen Soldaten erhalten. Der Baum, der 1918 am Ende des Ersten Weltkrieges in Herzfeld gepflanzt wurde, ist dagegen Geschichte. Anders als übrigens die in unmittelbarer Nähe stehende kleinere „Hitler-Eiche“, aus den 1930er-Jahren. Sie steht noch.

Aus der Friedenseiche wird jetzt Kleinholz. Ebenso wie viele andere durch den Sturm zerstörte Gehölze landen zumindest Teile davon in Heizungsanlagen, dienen zum Räuchern oder für andere Zwecke. Die Gemeinde Karrenzin hat etliche Bäume, die bei den letzten beiden Stürmen umgefallen sind, zum Selbstwerben an Interessenten verkauft, erfuhr SVZ von Bürgermeisterin Anna Rieck.

Und davon gibt es viele: Die Kommune verfügt über große Flächen mit gemeindeeigenem Wald. Mancherorts wurde von kommunalen Flächen allerdings auch Sturm-Holz gestohlen.

Die beiden Stürme, die über das Land gezogen waren, erfordern in den Kommunen noch viel Arbeit. So musste in dieser Woche erneut auf dem Friedhof Herzfeld aufgeräumt werden. Abgebrochene Äste fielen auf die Gräber. Mehrfach wurde auch ein Zaun getroffen. Der Gemeindearbeiter reparierte ihn wieder.

Zum Glück gab es keine größeren Schäden. Ein starker Ast, der neben der Trauerhalle in Herzfeld herunter stürzte, verfehlte das Gebäude um Haaresbreite. Auch die Trauerhallen auf den anderen Friedhöfen sowie andere Gebäuden der Gemeinde kamen unbeschadet davon, so die Bürgermeisterin.

Beim Blick auf die umgestürzte Friedenseiche wurde manchem erst bewusst, dass es sich bei diesen Bäumen um Flachwurzler handelt, sagt Anna Rieck. Die vielen Linden mitten in Herzfeld, deren Wurzeln tiefer in die Erde ragen, haben den Sturm hingegen besser überstanden.

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