Parchim : Fragen zur neuen Stromautobahn

Planer Rocco Hauschild (l.) im Gespräch mit Uwe Ritter (Below) sowie den Umweltplanerinnen Isabel Hohmann und Andrea Nissen.
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Planer Rocco Hauschild (l.) im Gespräch mit Uwe Ritter (Below) sowie den Umweltplanerinnen Isabel Hohmann und Andrea Nissen.

Bürger informierten sich über den Ausbau der Stromtrasse Perleberg-Parchim-Güstrow

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07. April 2017, 12:00 Uhr

Noch drei Jahre sind es bis zum geplanten Baubeginn an der Stromautobahn zwischen Güstrow und Perleberg, ein halbes Jahr bis zum vorgesehenen Start des Planfeststellungsverfahrens. Und das Projekt für die Aufrüstung der Hochspannungsleitung von 220- auf 380-kV wird immer konkreter. Bei einem Infomarkt in Parchim stellten sich die Experten von Netzbetreiber 50Hertz den Fragen von Bürgern. Rund 30 Interessenten – größtenteils Eigentümer, Landnutzer, Kommunalpolitiker und Behördenvertreter – nutzten die Möglichkeit zum Gespräch.

Zum überwiegenden Teil sollen die neuen Leitungen genau auf der alten Trasse gezogen werden. Mit einigen Ausnahmen. Projektleiter Rocco Hauschild nannte gegenüber SVZ jetzt erstmals die geplanten Abweichungen auf dem Trassenabschnitt südlich von Parchim. Bei Slate soll die Leitung rund 100 Meter weiter als bisher vom Ort entfernt platziert werden – so weit wie möglich Richtung Waldrand. Für die Querung der Bundesstraße soll eine Gehölzlücke in der Allee zwischen Slate und Zachow genutzt werden. Geprüft wird laut Hauschild auch ein „sanftes Ausschwenken“ der Trasse bei Bauerkuhl (Gemeinde Brunow).

In der Gemeinde Rom soll die Leitung weiter weg als bisher von Lancken verlegt werden (SVZ berichtete). Bürgermeister Dr. Volker Toparkus spricht von einem guten Kompromiss. Dadurch werden Bauplätze in Lancken attraktiver.

Konflikte gibt es bei der Suche nach der optimalen Trasse bei Dobbertin. Die Gemeinde will das sensible Naturgebiet Dobbiner Plage, durch das derzeit die Stromtrasse führt, vernässen. Beim Infomarkt in Parchim waren drei Varianten für die Trasse zu sehen, die allerdings keine weiträumige Umleitung zeigten. Doch auch die Möglichkeit, die gesamte Trasse weiter nach Westen zu verlegen, wird untersucht, bestätigte Dorit Rößler von 50Hertz. Das würde allerdings bedeuten, das gesamte Planungsverfahren neu aufzurollen. Diese abweichende westliche Trasse werde vom Naturschutzbund (Nabu) und auch vom Umweltministerium favorisiert, sagt Naturschutzbeauftragter Edgar Schippan. Er äußerte sich lobend über die frühe Einbeziehung von Naturschützern in die Planung. Davon könnten sich andere eine Scheibe abschneiden, meinte er.

Bei dem Projekt müssten letztlich alle Interessen abgewogen werden, sagte Dr. Dirk Manthey vom Netzbetreiber. Dazu gehören der Naturschutz ebenso wie beispielsweise Interessen der Land- und Forstwirtschaft.

Einige Landwirte, die an der Trasse wirtschaften, hatten in Parchim konkrete Fragen zum Projekt. Verena Nörenberg-Kolbow, zugleich Bürgermeisterin in Mestlin, fragte beispielsweise, ob man einen der neuen Masten auf einem Feld nicht dichter an der Straße platzieren könnte. Uwe Ritter aus Below interessierte sich, dass er während des Baus gewährleisten kann, dass er Futter für seine Pferde einbringen kann. „Wir müssen wissen, wann gebaut wird“, sagt Eberhart Schultze vom Gut Parchim. Denn in der Zeit könnten gut ein Jahr die Felder an der Freileitung nicht bewirtschaftet werden.

„Für uns ist es extrem wichtig, die Sachkunde vor Ort zu nutzen“, erklärte Dr. Dirk Manthey . Weitere Infomärkte fanden in dieser Woche in Güstrow und Perleberg statt.

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