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Bürgermeisterwahl 2015 : Flörke verspricht „neues Parchim“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Stadtpräsident erzielt in der Stichwahl 55,64 Prozent der Stimmen. Wahlbeteiligung mit nur 34,57 Prozent enttäuschend

von
erstellt am 10.Mai.2015 | 19:08 Uhr

Stadtpräsident Dirk Flörke wird neuer Bürgermeister von Parchim. Um 18.31 Uhr hat die Gemeindewahlbehörde bekannt gegeben, dass auf den CDU-Bewerber 55,64 Prozent und auf Einzelkandidatin Birgit Alisch 44,36 Prozent der Stimmen in der Stichwahl abgegeben wurden. „Als erstes gab es ein Küßchen meiner Lebensgefährtin. Nun bin ich froh. Gefeiert wird später“, so die erste Reaktion von Dirk Flörke. Er hatte noch kurz vor dem Wahlgang mit dem Slogan „Eine Stimme für ein neues Parchim. Jetzt! Mit mir!“ geworben. „Für mich als Einzelbewerberin, die keine Partei hinter sich hat, ist es ein riesiges Ergebnis“, sagt Birgit Alisch, als wir sie gestern Abend mit dem  Ergebnis konfrontieren. 

Am Vorabend der Stichwahl hatte sich auch der im ersten Wahlgang ausgeschiedene Einzelbewerber Sebastian Glanz bei facebook noch einmal zu Wort gemeldet und traf mit seiner Einschätzung den Nerv vieler Wähler. „Dirk Flörke hat mit der CDU eine starke Partei im Rücken, der die Wirtschaft in Parchim sehr wichtig ist. Als Lehrer kennt er natürlich auch die sozialen Probleme vieler Kinder und Familien in unserer Stadt“, so Glanz, dem bei Flörke Aussagen zu zukünftigen Projekten gefehlt haben. Der Jungunternehmer bescheinigt Birgit Alisch: „Sie ist eine absolut kompetente Frau. Sie weiß, was sie will, ohne Umschweife. Das kann gut sein, muss es aber nicht. Sie hat keinerlei wirtschaftliche Erfahrung“, ist sich der 29-Jährige sicher.

Nachdem Glanz im Endspurt der Bürgermeisterdirektwahl auf die Unterstützung der Sozialdemokraten gesetzt hat und sich der Partei weiterhin „freundschaftlich“ verbunden fühlt, war er wie viele Parchimer Wähler kurz vor der Entscheidung hin und her gerissen. „Wenn wir eine starke Weiterentwicklung der Wirtschaft wollen, kommen wir an der CDU und Dirk Flörke nicht vorbei. Wenn wir allerdings eine solide, bürgernahe Verwaltung wollen, müssen wir unser Kreuz bei Frau Alisch machen“, gab der Nachwuchspolitiker zu bedenken.

Für die Kreisstadt ist die Bürgermeisterdirektwahl 2015 eine Zäsur. Wenn Dirk Flörke am 1. September die Amtsgeschäfte von Bernd Rolly (SPD)  übernimmt, geht nach 21 Jahren eine Ära zu Ende. Das ist vor allem für die Sozialdemokraten  schmerzlich. In der einstigen sozialdemokratischen Hochburg Parchim verlieren sie deutlich an Einfluss im Rathaus. Einher geht unübersehbar die Politikverdrossenheit bei den Wählern. Vor einem Jahr hatte bei der Kommunalwahl nur jeder Dritte von seinem  Wahlrecht Gebrauch gemacht. Im ersten Wahlgang der Bürgermeisterdirektwahl konnte am 26. April nur eine magere Wahlbeteiligung von 40 Prozent erreicht werden. Mit nur 34,57 Prozent bei der  Stichwahl behielten die Pessimisten Recht. Keinem der beiden Kandidaten ist es gelungen, die große Mehrheit der Nichtwähler zu mobilisieren. Ob der Rückhalt der Bürger für einen Aufbruch reicht, muss sich zeigen. 

 

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