Parchim : Flörke: „Endlich etwas Greifbares“

Das Interesse der Unternehmen war gestern groß.
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Das Interesse der Unternehmen war gestern groß.

Erstes Parchimer Wirtschaftsgespräch. Bürgermeister verspricht 2018 Ergebnisse. Akuter Fachkräftemangel und kaum Lösungen

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01. Februar 2018, 05:00 Uhr

Selbstbewusster denn je stellte Bürgermeister Dirk Flörke (CDU) gestern zu Beginn des ersten Parchimer Wirtschaftsgespräches klar: „Wir liefern endlich etwas Greifbares“. Die rund 100 Unternehmer, Gewerbetreibenden und Geschäftsleute der Kreisstadt, die der Einladung aus dem Rathaus gefolgt waren, hatten darauf wohl auch gewartet. Nachdem in den vergangenen zwei Jahren zunächst Visionen und theoretische Vorarbeiten für Flörkes Schlüsselthema „Wirtschaftsförderung“ im Mittelpunkt standen, soll Parchim in diesem Jahr richtig durchstarten. „Wir werden 2018 Ergebnisse zeigen. Das bringt die Kreisstadt nach vorne“, verspricht der Bürgermeister. Er sei sich nach zweieinhalb Amtsjahren sicher, dass man mit Stolz auf die Parchimer Unternehmen schauen kann. Dafür sprechen schließlich auch die überregionalen Auszeichnungen, die Parchimer Firmen bekommen haben.

Wie der angestrebte Dialog zwischen Stadt und Unternehmen mit Leben erfüllt wird, untermauerte Anja Bollmohr – seit einem Jahr Wirtschaftsförderin der Stadt– mit Fakten. „Vor Ort fanden aufschlussreiche Gespräche mit rund 30 Unternehmen im zurückliegenden Jahr statt“, berichtet sie. Dabei sei eins übereinstimmend klar geworden: Die Erwartungen und auch die Probleme, die Firmen in der Stadt haben, sind gleich. „Fast alle sind auf der Suche nach geeigneten Fachkräften und benötigen entsprechende Rahmenbedingungen, um sich mittel- und langfristig in der Region zu etablieren. „Da ist eine Wirtschaftsförderung gefragt, die offensiv in die Zukunft investiert“, ist sich Anja Bollmohr sicher. In der Verwaltung werde inzwischen viel Wert darauf gelegt, mit vorhandenen Gremien wie der AG Innenstadt des Unternehmerverbandes, dem Tourismusverband oder dem Verein der Altstadthändler auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten. Gleichzeitig werde der Nachholebedarf an Gewerbe- und Wohnbauflächen endlich beseitigt. „Die Erschließung des neuen Gewerbestandortes ,Vietingshof-Nord’ wurde jetzt gestartet. Erste Interessenten stehen bereit. Dazu tragen sicher auch die moderaten Preise bei“, meint die Wirtschaftsförderin. Im Auge habe man auch Gewerbeflächen am Flughafen, die mit Unterstützung der Stadt bei Bedarf vorbereitet werden könnten.

Meilensteine seien das vor wenigen Wochen von den Stadtvertretern verabschiedete „Wirtschaftsförderprogramm“ und Pläne zur Innenstadtentwicklung. In der kommenden Woche, so Anja Bollmohr, werde ein City-Manager zunächst für 16 Monate alle Aktivitäten in der Innenstadt koordinieren. Und doch wollte auch gestern niemand von „rosigen Zeiten“ sprechen. „Der akute Fachkräftemangel ist derzeit die größte Herausforderung“, räumt Dirk Flörke ein. Eine Vertreterin aus der Call-Center-Branche stimmte zu. „Die Region ist nach Fachkräften abgegrast. Bei einem Mindestlohn von 8,84 Euro sei wenig zu machen und es fehle auch an Ideen“, räumte die Frau offen ein. Eine Vertreterin der IHK mahnte an, „Unternehmer müssen vor allem selbst tätig werden. Da gibt es gute Beispiele wie im Logistikunternehmen von Volker Rumstich“. Die Diskussion machte deutlich, niemand hat ein Geheimrezept. „Wir müssen gemeinsam einen Weg finden, um Heranwachsende auch für Unternehmen vor Ort zu begeistern“, so Dirk Flörke. Geprüft werde ein Vorschlag, ob die Stadt einen Tag der offenen Tür im gesamten Gewerbegebiet Möderitzer Straße mit organisiert.

Nico Skiba, selbst Unternehmer und Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Stadtvertretung, gibt der Verwaltung im Rathaus gute Noten: „Hier geht man mit unseren Problemen endlich wieder offen um“.

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