Forstrevier Voigtsdorf : Fliegendem Edelstein auf der Spur

Es gehört Glück dazu, einen Eisvogel zu entdecken.
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Es gehört Glück dazu, einen Eisvogel zu entdecken.

Eisvogellehrpfad im Forstrevier Voigtsdorf am Rande der Kreisstadt eröffnet. Rund 1,1 Kilometer langer Rundkurs für Jedermann

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23. November 2017, 12:00 Uhr

Er ist nicht zu überhören: Sein durchdringender, hoher und pfeifender Ruf mit dem kurzes „tji“, einem gelegentlich schärferen und gedehnter klingenden „tjii“ oder einem rauen „khrit-rit-rit“ geht einem so schnell nicht wieder aus dem Sinn. Revierförster Jens-Uwe Springer kann davon ein Lied singen, kennt er den gefiederten Bewohner, der am Karpfenteich bei Voigtsdorf zu Hause ist, seit Jahren sehr gut. „Der Eisvogel trägt seinen Namen ,Flussjuwel’ oder ,fliegender Edelstein’ zurecht. Wer ihn schon einmal persönlich gesehen hat, ist fasziniert“, ist sich der Forstmann sicher. Schon vor 250 Jahren schwärmte der französische Naturforscher de Buffon: „Dieser Vogel ist der schönste in unseren Himmelsgegenden und es gibt keinen in Europa, den man an Reinheit, Reichtum und Glanz der Farben mit dem Eisvogel vergleichen könnte“.

Auf der Suche nach einem Namen für einen neuen Naturlehrpfad rund um den Karpfenteich am Parchimer Stadtrand, war der Eisvogel als Namenspate für Jens-Uwe Springer erste Wahl. Mit finanzieller Unterstützung des Landes und der Europäischen Union konnte der rund 1,1 Kilometer lange Rundkurs nahe Voigtsdorf nun fertig gestellt werden. „Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen die Natur näher zu bringen. Als Forstamt leisten wir unseren Beitrag, um beispielsweise den Sachkundeunterricht interessanter zu gestalten“, sagt Jens-Uwe Springer, der den Eisvogellehrpfad konzipiert hat. Wer sich auf eine Entdeckungstour mit oder ohne Begleitung begeben will, startet am Radweg mitten in Voigtsdorf rund 100 Meter vom dortigen Karpfenteich entfernt. Auf einer Übersichtskarte an der Uferkante sind die neun Stationen des Naturlehrpfades im Überblick dargestellt. Ein Flyer, der künftig in einer Info-Box vor Ort bereit liegt, enthält eine Karte, Fotos und Informationen.

Am Ausgangspunkt „Nummer 1“ steht der Lebensraum Teich im Mittelpunkt. Hier hat in den lehmigen und sandigen Abbruchkanten auch der scheue Eisvogel seine Höhlen. Mit etwas Glück ist auch der Fischadler zu beobachten, der nach Beute im Wasser Ausschau hält. Weiter geht es zu den Punkten 2 bis 4, die dem Lärchengutbestand sowie den Lebensräumen Totholz und Bruchwald gewidmet sind. An der Station 5 gibt es im Wocker-Bach jede Menge Leben zu entdecken. Nach der Rast am oberen Voigtsdorfer Teich (Station 6) geben an den Punkten 7 bis 9 der Hutewald, das Schilfröhricht und die Reste eines alten Verteidigungswalles (Landwehr) aus dem Mittelalter einige ihrer Geheimnisse preis.

„Hier gibt es zu jeder Jahreszeit etwas zu entdecken. Mit etwas Glück ist auch der Eisvogel in Aktion zu erleben oder zumindestens zu hören“, sagt Revierförster Jens-Uwe Springer. Bei einer kürzlichen Herbstwanderung mit den Jungen und Mädchen aus der Parchimer Diesterwegschule konnte er bei den Mädchen und Jungen das Interesse für Pflanzen und Tiere wecken. „Umweltbildung ist unverzichtbar. Dazu gehört auch, dass niemand nach seinem Besuch im Wald Reste zurücklässt, denn Müll kann für Wald-, Wiesen- und Wasserbewohner zur tödlichen Falle werden“, so der Forstmann. Er hofft nun, dass der neue Lehrpfad auf Interesse stößt.

Angedacht ist ein ähnliches Projekt für das Daarzer Moor. Dort sollen dann vor allem erwachsene Naturfreunde angesprochen werden.

Eisvogellehrpfad: Mit Förster auf Tour

Revierförster Jens-Uwe Springer bietet Kinder- und Jugendgruppen nach Voranmeldung auch Führungen auf dem Eisvogellehrpfad  an. Kontakt: jens-uwe.springer@lfoa-mv.de oder 0173/300 62 82
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