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Brand in Suckow : Flammeninferno: Bauer rettet Frau

vom

Gemeinde kümmert sich um Bewohnerin. Das Wohnhaus in Suckow ist zerstört. 60 Kameraden waren stundenlang im Einsatz

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2016 | 12:06 Uhr

Er fackelte nicht lange, als er Rauch aus einem Wohnhaus in Suckow steigen sah. Landwirt Rainer Hromada holte eine Frau aus dem brennenden Gebäude, bevor Feuerwehren und Rettungsdienst eingreifen konnten. Jetzt kümmert sich die ganze Gemeinde um Hilfe. Gegen 7.45 Uhr kam es am Sonnabendmorgen zu dem Brand des Wohngebäudes in Suckow. Fünf Feuerwehren waren mit insgesamt 60 Kameraden stundenlang im Einsatz. Drei Personen wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

An diesem Morgen kommt Landwirt Rainer Hromada vom Pferdefüttern, fährt die Bahnhofstraße in Suckow entlang. Da sieht er Rauch aus dem Wohngebäude in der Bahnhofstraße steigen. Umgehend meldet er über Telefon 112 der Leitstelle das Feuer und löst an der Gaststätte zusätzlich den Feuermelder aus. Dann fährt er direkt zum Brandhaus. „Dort sah ich die Eigentümerin (82), die am offenen Fenster stand. Da an der angebauten Veranda kein Durchkommen mehr war, habe ich die Frau durchs Fenster und über eine Bank ins Freie rausgezogen“, erzählt Hromada. Zwei weitere Personen (69 und 70) Jahre alt, die zu Besuch sind, konnten das Haus bereits verlassen. Alle drei werden von DRK-Rettungskräften vor Ort behandelt und zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

In der Zwischenzeit sind die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Suckow und Marnitz vor Ort. Da das Gebäude etwas abseits liegt, ist die Wasserversorgung ein Problem. Deshalb ist auch die Parchimer Wehr mit ihrer Drehleiter sowie der „Wasserkuh“, einem Eigenbau eines Tankwagens mit 20 000 Liter Wasser, dabei. Mittlerweile schlagen die Flammen meterhoch in den Himmel. Die Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Die Kameraden können deshalb zum Teil nur unter Atemschutz agieren. „Wir haben auch noch die Kameraden der Feuerwehr in Tessenow mit ihrer Löschgruppe zum Einsatz gerufen, da wir weitere Atemschutzträger benötigten“, erzählt Einsatzleiter Frank Prieß. Trotz des Großeinsatzes kann das Gebäuden nicht gerettet werden. Nachdem im Laufe des Sonnabendnachmittags einige Wehren abrücken konnten, übernahmen die Suckower und Marnitzer Kameraden die Restlöscharbeiten. Bis 23 Uhr wurde eine Brandwache gestellt. Zur Ursache und Schadenshöhe gibt es noch keine Aussagen. Die Kripo ermittelt

Nicht nur für die Eigentümerin ist der Brand ein Verlust, auch für die Ortschronisten. Bis zum Bau der A 24 war hier noch Zugverkehr, einst ein Umsteigebahnhof von der preußischen zur mecklenburgischen Eisenbahn, später war es bis in die siebziger Jahre ein Sackbahnhof. „Das brennende Gebäude war einst der Wasserturm für die Dampfloks, hier waren auch mal ein Lokschuppen und mehrere Gleise. An diesen Wasserturm wurde dann das Fachwerk angebaut, welches nun als Wohnhaus diente“, erzählen Rainer Hromada und Bürgermeister Jürgen Kühl. Bürgermeister Jürgen Kühl holte gestern persönlich die 82-jährige Bewohnerin aus dem Krankenhaus ab. Außer den Sachen, die sie am Leib trug, bleibt ihr nichts. Die Suckower spendeten bereits Bekleidung. Vorerst kann die Frau in einer Marnitzer Ferienwohnung unterkommen, bis der weitere Fortgang geklärt ist.

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