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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 23:03 Uhr

Parchim : Fitnesstraining für die Bewerbung

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Dreitägiges Berufs-Orientierungsprojekt an der Fritz-Reuter-Schule: Experten aus der Wirtschaft coachen künftige Schulabgänger

von
erstellt am 31.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Wenn Justin Noel Jentzsch jetzt sofort seine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz abgeben oder ein Vorstellungsgespräch führen müsste, wüsste er schon sehr gut, was zu tun ist. Der 15-jährige Neuntklässler wird derzeit in seiner Schule von externen Profis intensiv gecoacht: Das Bewerbungsschreiben auf den Punkt bringen, sich im Vorstellungsgespräch mit seinen Talenten optimal verkaufen, Tipps zum richtigen Outfit, bei Bewerbertests einen klaren Kopf bewahren - das sind die Themen, die zurzeit in der Parchimer Fritz-Reuter-Schule auf dem Stundenplan stehen. Regelmäßig in der Woche vor den Winterferien ermöglicht die Regionale Schule ihren künftigen Absolventen, sich in einem speziellen Berufsorientierungsprojekt fit für den Bewerbungsmarathon zu machen.

Die Berufswahl an sich hat Justin Noel wie viele seiner Mitschüler bereits für sich getroffen: Nach einem zweiwöchigen Praktikum bei der Parchimer Stadtforst stand für ihn fest, dass er Forstwirt werden möchte. Sein Besuch am Sonnabend auf dem Berufsstartertag in der Parchimer Stadthalle, wo er gezielt den Stand der Landesforst ansteuerte, hat ihn in seiner Entscheidung weiter bestärkt. Und seinem Freund Janek Kunkel, mit dem sich Justin Noel am schulfreien Tag gemeinsam auf den Weg machte, halfen die Gespräche an verschiedenen Ständen, seine Optionen einzugrenzen. Eine weitere Entscheidungshilfe bot am Montagabend ein Schüler-Eltern-Abend in der Schule, auf dem 25 Ausbildungsfirmen aus Parchim und der Region um Fachkräftenachwuchs warben. Die eigene Berufsorientierungsmesse ist seit elf Jahren fester Bestandteil des Berufsorientierungs-Konzeptes an der Schule. Mit zehn Unternehmen aus Parchim und Umgebung pflegt die Fritz-Reuter-Schule sogar Kooperationsverträge. Außerdem gilt der Arbeitskreis SchuleWirtschaft für die Region Parchim als unverzichtbarer Partner der Bildungseinrichtung, unterstreicht Berufskontaktlehrerin Karola Dobslaff. Sie und Schulsozialarbeiterin Ingrid Weiß, deren Arbeit an der Schule aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ermöglicht wird, managten Hand in Hand das dreitägige Projekt. Auf der Suche nach Partnern aus unterschiedlichsten Branchen des Berufslebens standen ihnen wieder viele Türen offen: Versicherungsfachmann Rene Tlotzeck vom Debeka-Servicebüro in Parchim stellte sich zum zweiten Mal als Coach von Vorstellungsgesprächen zur Verfügung, weil er es unterstützenswert findet, dass junge Leute rechtzeitig auf solche Situationen vorbereitet werden. Juliane Frank vom Bilse-Institut lobte, dass die Schüler in ihrer Gesprächsgruppe so aktiv mitgearbeitet und gute Vorkenntnisse mitgebracht hätten. „Ich komme immer wieder gern in die Schule“, versichert Birgitt Gundlach. Die mobile Kosmetikerin gab den Jugendlichen in Sachen Outfit als wichtigste Grundregel mit auf den Weg: „Natürlich bleiben und sich nicht verstellen.“ Eine Partnerin in Sachen Berufsorientierung ist ebenfalls die Physiotherapeutin Anika Buntrock. Sie ist selbst bis 1999 auf dem Mönchhof zur Schule gegangen. Zusammen mit der Firmengruppe D &W, der DBL Textil-Service Mecklenburg, dem team baucenter, der Spedition Krüger und Voigt, den Lewitz-Werkstätten, der Barmer, der IHK, dem Schloss Basthorst, Jugend- und Familienzentrum Club am Südring, der Agentur für Arbeit sowie dem DRK sind gestern und heute ca. 15 Partner aus der Wirtschaft in der Fritz-Reuter-Schule im Einsatz. Beim DRK könnte im kommenden Jahr auch die Bewerbung von Marvin Dreger eintreffen: Der 15-Jährige ist seit gut zwei Jahren Mitglied im Wohlfahrtsverband, engagiert sich im Katastrophenschutz und macht eine Sanitäterausbildung. Marvins Berufsziel: Er möchte als Rettungsassistent Leben retten , wie einst sein Großvater.

 

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