Parchim: Reihenweise verkohlte Hausfassaden : Feuerteufel zündet wieder Gelbe Säcke an

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michael-günther bölsche

Nach sechswöchiger Pause brennen wieder Gelbe Säcke und Papiercontainer in Parchim. In der Nacht zum Mittwoch schlug der unbekannte Feuerteufel wieder zu. Gleich an neun Stellen.

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13. Juni 2012, 07:58 Uhr

Parchim | Nach sechswöchiger Pause brennen wieder Gelbe Säcke und Papiercontainer in Parchim. In der Nacht zum Mittwoch schlug der unbekannte Feuerteufel wieder zu. "Gleich an neun Stellen, darunter in der Waagestraße, Am Rathaus und am Alten Markt brannte es um 1.30 Uhr", berichtet Parchims Wehrführer Bernd Schröder. Mit jeweils drei Löschfahrzeugen waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Dabei hatten sie gerade erst am Abend nach dem Starkregen einen längeren Einsatz absolvieren müssen und wurden nun von dem Brandstifter erneut um ihren Schlaf gebracht. Ist dem Brandstifter (es können auch mehrere sein) nicht klar, dass sie Mitmenschen, die sich freiwillig für das Ehrenamt der Feuerwehr einsetzen, in Gefahr bringen und ihnen den Schlaf stehlen?

Dass angesichts der Hitzeentwicklung an den Hausfassaden nicht noch größerer Schaden entstand, ist Zufall. Es blieb in den aktuellen Fällen wieder - zum Glück - bei Sachschäden. Menschen wurden nicht verletzt. Hausfassaden wie bei der Gaststätte "Himalaya" und das Fachwerk des angrenzenden Hauses wurden in Mitleidenschaft gezogen, eine Fensterscheibe riss.

Erst am vergangenen Freitag hatten früh morgens unbekannte Täter Wertstoffsäcke und einen Sperrmüllhaufen in Brand gesetzt. Die Feuerwehr musste an drei Stellen in der Innenstadt löschen. Zunächst wurden brennende Wertstoffsäcke in der Blutstraße festgestellt. Kurz darauf brannten Müllsäcke in der Langen Straße, wobei das Feuer auch eine angrenzende Hausfassade beschädigte. Außerdem zündeten die Täter in der Hafenstraße einen Sperrmüllhaufen an.

Für besonderes Aufsehen hatten Brände von Gelben Säcken und Papiercontainern zuletzt Ende April gesorgt. Unmittelbar nach einem Großfeuer auf dem Gelände der ehemaligen Kohlenanzünderfabrik hatten damals Unbekannte an vier Stellen im Stadtgebiet gezündelt. Wie in der Nacht zu gestern auch, schlugen die Täter also zu einem Zeitpunkt zu, an dem die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr gerade voll im Einsatz gewesen waren.

Die Polizei geht von einem Zusammenhang aller Taten aus und ermittelt mit Hochdruck. Hinweise von möglichen Zeugen nimmt die Kriminalpolizei in Parchim (Tel. 03871/ 6000) entgegen.

Bis die Täter gefasst sind, hilft nur geballte Aufmerksamkeit der Parchimer. Am besten wäre es, Gelbe Säcken nicht an Hausfassaden zu lehnen und sie erst am Morgen des Abholtermins an die Straße zu stellen - damit nicht doch eines Tages ein Haus in Flammen steht.

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