Nachwuchs-Akademie : Feuer, Wasser und ganz viel Neugier

Die PaNAk-Exkursion ins Wismarer PhanTechnikum war ein Volltreffer auch für Initiator Prof. Klausch (l.).
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Die PaNAk-Exkursion ins Wismarer PhanTechnikum war ein Volltreffer auch für Initiator Prof. Klausch (l.).

Parchimer Nachwuchs-Akademie besuchte das Technische Landesmuseum PhanTechnikum in Wismar

svz.de von
08. Juni 2016, 05:00 Uhr

Eine spezielle Exkursion für nachweislich besonders wissbegierige Schulkinder aus der Region organisierte die Parchimer Nachwuchs-Akademie PaNAk zum Ende des Frühjahrssemesters – jetzt bereits zum dritten Mal seit ihrem Start vor fünf Jahren.

So waren vor allem Mädchen und Jungen der Klassen 7 und 8 vom Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasium FFG aber auch jüngere Stammgäste der dank Spenden und ehrenamtlicher Durchführung kostenlosen Veranstaltungsreihe buchstäblich Feuer und Flamme für das Angebot, nach Wismar ins PhanTechnikum zu reisen.

Mit einem Bus der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim VLP kamen 36 Schulkinder nebst zwei Lehrerinnen, einzelnen Eltern und PaNAk-Initiator Prof. Dr. Bernd Klausch im Technischen Landesmuseum an. Gut und gerne fünf Stunden Zeit hatten sie eingeplant, um die großzügigen Ausstellungs- und Experimentierräume zu erkunden, welche 2012 hier in Wismar auf ehemaligem Kasernengelände eröffnet wurden.

Das Besondere am PhanTechnikum mit seinen Themenschwerpunkten Feuer-Wasser-Luft: Es ist ein im wahrsten Wortsinne interaktives Museum ausdrücklich zum Anfassen, selber Ausprobieren und an Ort und Stelle Nachfragen.

Letzterer Funktion stellten sich während der Führung in zwei Gruppen ehrenamtliche MitarbeiterInnen, wie die Lehramtsstudentin Josephin Hagelstein, mit unverkennbarer Sachkompetenz und schier unendlich erscheinender Geduld. Denn so gut wie keine Frage der Halbwüchsigen blieb unbeantwortet und selbst für die jüngsten Besucher wurde Mitmachen möglich gemacht. So geschah es beispielsweise beim virtuellen Schweiß-Training an einer Schweizer Konstruktion, mit der im Alpenländle tatsächlich zukünftige Facharbeiter die Anfangsgründe ihrer Schweißer-Ausbildung absolvieren: Lilly und ihr Bruder Noah (Zweit- bzw. Drittklässler) bekamen eigens ein Leitertreppchen gestellt, damit sie die Gerätschaften vor dem Monitor genau so handhaben konnten wie die Größeren. Und sie schlugen sich auch gar nicht schlecht für das allererste Mal an einer Schweißnaht, obwohl sie Daniel und Florian – zwei offenbar handwerklich begabten und auch interessierten Gymnasiasten (mit jeweils 878 bzw. 886 Zählern) - „noch nicht das Wasser reichen“ konnten.


Drei Dinge braucht ein Feuer


Während besagtes Wasser gerade noch im übertragenen Sinne gemeint war, schwelgte eine andere Schülergruppe in der freien Zeit zwischen zwei Vorführungen in Mitmach-Experimenten der betreffenden Ausstellungsabteilung. Doch die wirklich erstaunlichen Eigenschaften von Wasser sollten beim heutigen PhanTechnikum-Besuch nur nebensächlich bleiben. Denn die Parchimer Nachwuchs-Akademie hatte sich aus dem dreigeteilten Themenspektrum für ihre Museums-Führung das Thema „Feuer“ ausgewählt.

„Feuer“ werde im Lehrplan der 7. Klasse bereits „grob“ angesprochen, während es im Chemie-Unterricht der 8. unter dem Begriff „Oxidation“ auf Teilchenebene behandelt werde, meinte Jenny Busse. Insofern sei diese PaNAk-Exkursion eine überaus passende Ergänzung zum aktuellen Schulstoff, freute sich die junge Referendarin vom FFG.

Das wache Interesse der Besucher aus Parchim und Umgebung inspirierte offenkundig auch Margrit Lauermann, eine pensionierte Chemie-Lehrerin, die an ihrem Labortisch im Erdgeschoss chemische und physikalische Experimente zeigte, welche im Halbdunkeln besonders eindrucksvoll wirkten.

Ihr Spektrum reichte von den Voraussetzungen für Flammenbildung über deren unterschiedliche Temperaturen und Farben bis hin zu Möglichkeiten des Feuerlöschens, welche verblüffend einfach und logisch erscheinen, wenn man den Zusammenhang des sogenannten Verbrennungsdreiecks begreift: Feuer braucht für seine Entstehung nämlich Brennbares, Sauerstoff und eine spezifische Zündtemperatur zugleich. Wenn nur eine der drei Komponenten fehlt, erlischt es.


Zum Schluss auf Entdeckertour


In den benachbarten Ausstellungsräumen erfuhren die Besucher noch viel mehr über die Möglichkeiten aber auch Gefahren des Feuers und die schier unendlichen Anwendungen, welche sich die Menschheit im Laufe ihrer Zivilisation erschlossen hat und weiter erschließt. Vom Lagerfeuer, das zunächst wilde Tiere abschreckt, Licht und Wärme spendet aber auch hilft, Nahrung bekömmlicher zu machen, über die gezielte Veränderung von stofflichen Eigenschaften bis hin zu deren Umformung oder Verschmelzung (z.B. Schweißen) und nicht zuletzt als Antrieb für Maschinen bzw. Fortbewegungsmittel reichen die hier dargestellten Potenzen des „Feuers“ in der beherrschenden Hand des Menschen.

Kein Wunder, dass die Parchimer Nachwuchs-Akademiker gar nicht genug bekommen konnten von ihrer am Schluss völlig selbstständigen Entdeckungsreise durchs PhanTechnikum.

Ob an der Erklär-Dampfmaschine oder dem Propellerflugsimulator mit Fahrradantrieb, dem Strömungskanal und nicht zuletzt an der zum Jonglieren von Bällen im selbst erzeugten Luftstrom herausfordernden Bernoulli-Maschine, überall hatten Groß und Klein ihren Entdeckerspaß.

(Weitere Bilder finden Sie in der Printausgabe und im E-Paper)

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